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MINT-News

Vortrag im CITEC: Für wen wird Technik gemacht? Menschenbilder in der Informatik

Die Reihe "Gender-Effekte: Wie Frauen die Technik von morgen gestalten" ist eine Vortragsreihe des Exzellenzclusters in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Technik, Diversity, Chancengleichheit e.V. Die öffentlichen Vorträge laden zum Austausch darüber ein, wie unterschiedlich Frauen und Männer zukünftige Technik nutzen und gestalten und wie geschlechtergerechte Technik funktionieren kann. Am 10. Dezember sprach Prof. Dr. Susanne Maaß über Unsichtbares sichtbar machen: Gender und Diversity in der Informatik.

Frau Maaß referiert vor Publikum

Prof. Dr. Susanne Maaß

Es war eine lebhafte Diskussion, die die Besucher des Vortrags von Prof. Dr. Susanne Maaß führten. Dass Informatik entgegen der volksläufigen Meinung sehr wohl etwas mit Menschen zu tun hat, darin waren sich die Anwesenden einig. Welche Werte – also z.B. welche Menschenbilder –  aber bereits heute  in die Entwicklung von technischen Produkten einfließen, woraus sich diese Werte generieren und wie viele Entscheidungen bei der Software-Entwicklung tatsächlich mit Bezug auf den Nutzer getroffen werden war kontrovers.

Am Beispiel assistiver Technologien für ältere Menschen stellte Maaß das Modell GERD (Gender Extended Research  and Development) vor. Ein Analysemodell mit dem sich sichtbar machen lässt, welche Rolle Gender und Diversity sowie soziale Aspekte in der Informatik spielen.

Dabei machte sie deutlich, dass Produktdesign bedeutet, Entscheidungen für oder gegen viele mögliche Gestaltungsvarianten zu treffen. Designer_innen müssen stets prüfen, welche Anforderungen sie berücksichtigen und welche nicht. Maaß ermuntert Informatiker_innen und Entwickler_innen dazu, ihre eigene Perspektive und ihre unbewussten Annahmen zu überdenken. Das GERD-Modell ist für sie ein Plädoyer dafür, interdisziplinär zusammen zu arbeiten. Dafür bietet das Modell Beispielfragen, die in den Entwicklungsphasen eines Produktes gestellt werden können.

Anita Adamczyk, Susanne Maaß und Barbara Schwarze

Anita Adamczyk (Geschäftsführerin CITEC), Prof. Dr. Susanne Maaß und Prof. Barbara Schwarze (Vorsitzende Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.)

Der Wunsch nach der Verbesserung der Kooperation der unterschiedlichen Disziplinen wie Sozialwissenschaften und Informatik wurde auch aus dem Publikum formuliert. So könne beispielsweise bereits im Studium das Fach Gender und Diversity zur Pflicht werden oder die Kombination zweier Studienfächer wie Informatik und Sozialwissenschaften ermöglicht werden.

Maaß war aus Bremen ins CITEC nach Bielefeld gekommen, um in der Reihe "Gender-Effekte: Wie Frauen die Technik von morgen gestalten" einen Vortrag zu halten. Die Reihe wird vom Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. veranstaltet. Sie läuft bis Juli 2016. Die Vorträge laden zum Austausch darüber ein, wie unterschiedlich Frauen und Männer zukünftige Technik nutzen und gestalten und wie geschlechtergerechte Technik funktionieren kann.

Die nächsten Vorträge:

14. Januar 2016: Prof. Dr.-Ing. Corinna Bath (TU Braunschweig)

28. Januar 2016: Prof. Dr. Nicola Marsden (Hochschule Heilbronn)

14. April 2016: Prof. Barbara Schwarze (Hochschule Osnabrück)

28. April 2016: Prof. Dr. Jeff Hearn (Hanken School of Econmics, Finnland)

www.cit-ec.de/vortragsreihe-gender-effekte/susanne-maass

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