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Women-MINT-Slam 2014: Karriere? Unbedingt! – aber anders als geplant

Eins wurde deutlich beim mittlerweile dritten Women-MINT-Slam des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.“ auf der women + work am 24. Mai 2014 in Bonn. Das Thema Frauen in Führung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich ist ungeheuer spannend und vielfältig. Der „Women-MINT-Slam“ zeigt die MINT-Karrieren von Frauen. Weibliche Nachwuchskräfte erleben MINT-Role Models live und profitieren von deren Erfahrungen.

Die Fragen, die die slammenden MINT-Frauen zu Beginn ihrer Karriere umtrieben, könnten unterschiedlicher nicht sein. Marei Strack wollte fliegen und fragte sich, wie sie diesen Wunsch umsetzen könnte. Barbara Blume hatte Spaß an Autos und wollte als 16-Jährige erst einmal ihre Unabhängigkeit. Andrea Korff-Krumm dachte hauptsächlich ans Motorradfahren und daran, wie sie das Hobby mit dem Beruf verbinden könnte. Und Katharina Dravits mochte Technik, weswegen ihr die Umweltverträglichkeit des technologischen Fortschritts wichtig war und ist.

Eines ist allen Frauen gemeinsam: In der Folge kam vieles anders als geplant.

Wer jetzt schon neugierig geworden ist, dem wünschen wir viel Spaß bei der filmischen Kurzdokumentation "Women MINT Slam auf der women + work 2014" (YouTube)

„Karriere und Familie sind beides gut zu leben“

Marei Strack studierte Flugzeugtechnik, um ihrem ursprünglichen Berufswunsch „Pilotin“ so nahe wie möglich zu kommen. Gearbeitet hat sie in diesem Feld nie – weil sie zwischenzeitlich ihr Interesse an wirtschaftlichen Fragen entdeckt hatte und mittlerweile als Interimsmanagerin unterwegs ist. „Wann bin ich weiter gekommen“, war die Frage, die sich für den Slam stellte. „Immer dann, wenn ich selbst gedacht habe, dass kann ich doch noch nicht“. Für die Karriere, sagt sie, sind Mentorinnen und Mentoren wichtig; man muss nicht nur einen guten Job machen, sondern es braucht Menschen, die dies erkennen und dabei unterstützen, sich aus der Deckung zu trauen. So wie bei ihrer ersten Führungsaufgabe als Leiterin einer IT-Abteilung, ohne selbst viel Wissen von Großrechnern zu haben. Eine wichtige Erfahrung. Aber nicht nur die Karriere zählt. „Wenn diese Veranstaltung kein Slam gewesen wäre, hätte ich meine Tochter wohl nicht erwähnt“ sagt sie ersten gegen Schluss ihres Beitrags. Dabei ist ihr ganz wichtig, ein authentisches Vorbild zu sein und jungen Frauen zu zeigen, dass es möglich ist, Karriere und Familie zu leben. Deswegen engagiert sie sich ebenso wie Andrea Korff-Krumm im Projekt MINTalente des VDI. Und ist heute neben ihrer Tätigkeit als Interimsmanagerin auch Vorstandsvorsitzende der Dachgesellschaft Deutsches Interim Management DDIM.

„Raus aus der Komfortzone“

Barbara Blume entschied sich zunächst für eine Ausbildung zur KFZ-Mechanikerin, aber sie blieb nicht lange in der Werkstatt. Denn die Auto-Motoren waren nicht ihr einziges Interesse. Auch wäre ihr Kinderwunsch in dem Beruf nicht so einfach zu realisieren gewesen. Deswegen entschied sie sich für das Studium Verkehrswesen an der TU Berlin. Im Slam stellte sie dem Publikum die Frage „Und was denken Sie? 35 Jahre alt, Mutter von drei Kindern. Gerade das Studium abgeschlossen. Würden Sie so jemanden einstellen?“ Die gelassene Antwort ihres zukünftigen Arbeitgebers überraschte sie damals ziemlich: „Organisationstalent haben Sie doch bereits reichlich bewiesen. Warum denn eigentlich nicht?“ Diese Einstellung hat sie sich zu Eigen gemacht. Ihr Rat an das junge Publikum: „Es ist wichtig auch mal seine Komfortzone zu verlassen.“ und: „Ohne andere Unterstützer geht es nicht.“ Ihr Weg in eine Führungsposition wurde vom Arbeitgeber klar unterstützt. Den Rest hat sie mit lockerer Souveränität alleine geschafft und entwickelt mittlerweile bei Rolls-Royce als Leiterin Fan-Verdichter- und Turbinenentwicklung zentrale Komponenten für Flugzeugtriebwerke.

„Die richtigen Spielzüge und Werkzeuge sind entscheidend“

Einen ganz pragmatischen Ansatz empfiehlt Katharina Dravits. Nach ihrem Studium der Umweltschutztechnik wollte sie das Karrierespiel richtig spielen und lernte schnell, welche strategisch richtigen Spielzüge sie dafür brauchte. Dazu gehört zum einen, Herausforderungen anzunehmen, wenn sie da sind. In ihrer ersten Rolle als Führungskraft hatte sie sich vorgestellt, es mit einem Team aus lauter Berufsanfängerinnen und -anfängern zu tun zu bekommen – und nicht, wie es dann der Fall war, mit einem Team aus gestandenen Männern, die alle ihren Job sehr gut machten. Da brauchte es dann als weiteren klugen Spielzug den Einsatz guter Werkzeuge. Auf dem neuesten Kenntnisstand zu bleiben, trug zum eigenen Wohlbefinden bei. Aber auch, und das machte Katharina Dravits ganz deutlich, ist es wichtig zu lernen, der eigenen Intuition zu vertrauen. „Je mehr ich ich selbst war, desto erfolgreicher wurde ich. Mittlerweile kann ich auch mit den Maschinenbauern über meine neuesten Shopping-Erfolge reden und es kommt gut an. Denn ein weiterer, wichtiger Spielzug ist es, sich über eigene Erfolge zu freuen“ ruft sie den jungen Frauen zu. Und hat schon die weiteren Spielzüge für ihre Karriere bei Bosch im Blick, wo sie als Produktmanagerin die Möglichkeiten sparsamer, sauberer Kraftstoffverbrennung vorantreibt.

„Ein fleißiges Bienchen zu sein, reicht nicht“

Die Siegerin des Women-MINT-Slam, Andrea Korff-Krumm, wollte Motorradfahren und keine Kinder und Familie. Weswegen Sie auch nicht davor zurückschreckte, Maschinenbau zu studieren. Ein Studium, in dem es fast nur Männer gab. Aber Einstellungen ändern sich. Und ausgerechnet in der Zeit eines Jobwechsels blieb auch der dritte Schwangerschaftstest positiv. Sagen oder nicht sagen, war hier die Frage. Sie stand in den Bewerbungsgesprächen offen zu ihrer Schwangerschaft mit dem Resultat, gleich zwei Jobs angeboten zu bekommen. Und nicht nur das: ihr Mann verlor seinen Job und sie lebte eine ganze Zeit lang das klassische Familienmodell, allerdings mit ihr als Alleinverdienerin. Und das hieß erst einmal die Horizontalkarriere weiterverfolgen, die sie als fleißiges und erfolgreiches Bienchen gestartet hatte. Aber das war Andrea Korff-Krumm nicht genug: Als Projektleiterin hatte sie keine disziplinarische Führungsverantwortung. Ihrem Motto entsprechend: „Sei ein Schmetterling: Trau Dich, fliege los und versuche umzusetzen, was du dir vorgenommen hast“ strebte sie weitere Karriereschritte erfolgreich an. Derzeit ist sie bei Siemens als Gruppenleiterin für die Einführung eines globalen Produktkomplexitätsmanagements verantwortlich und legt großen Wert auf ihr Familienleben. „Ein fleißiges Bienchen zu sein, reicht nicht“ war ihre Botschaft an das Publikum. „Traut euch den nächsten Schritt zu gehen. Es einfach tun, nicht zögern, losgehen. Stellt euch der neuen Herausforderung.“

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