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Verbündete statt Konkurrentinnen - Women-MINT-Slam bei der Women & Work: Was Karrierefrauen mit Blumen und Pinguinen verbindet (vom 02.07.2013)

Vier Führungsfrauen, vier unterschiedliche Perspektiven, vier persönliche Geschichten, vier Botschaften für MINT-Nachwuchsfrauen: So lässt sich der Women-MINT-Slam auf der Messe Women & Work in Bonn zusammenfassen.
Wie das Ursprungsformat, der Poetry-Slam, ist auch der Women-MINT-Slam ein Wettbewerb im originellen und unterhaltsamen Vortragen. Allerdings mit einem ernsthaften Hintergrund. Die kontinuierlich steigende Anzahl qualifizierter MINT-Frauen findet derzeit noch nicht entsprechende Karrieremöglichkeiten in Wirtschaft und Wissenschaft. Mit dem „Women-MINT-Slam“ wird der öffentliche Blick auf die MINT-Karrieren von Frauen gelenkt. Weibliche Nachwuchskräfte erleben MINT-Role Models live und können von deren Erfahrungen profitieren.
So auch beim Women-MINT-Slam am 8. Juni in Bonn, den der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen, „Komm, mach MINT.“ im Rahmenprogramm der Messe organisiert hatte.

Das Video zum Women-MINT-Slam können Sie unter folgendem Link aufrufen:

Women-MINT-Slam am 08.06.2013 in Bonn

Mit Hartnäckigkeit zum Erfolg

 

Die 29-jährige Antje Kempker, Supervisor Validation SCR bei Kautex Textron war mit zwei Monaten Führungserfahrung das Nesthäckchen in diesem Quartett. „Ich hatte keine Strategie, aber ich war offen und flexibel“, beschreibt sie ihren noch jungen Karriereweg. „Sich etwas trauen und auszuprobieren, nicht gleich aufzugeben und eine gewisse Hartnäckigkeit führen zum Erfolg.“ Antje Kempker kam über eine Zeitarbeitsfirma zu ihrem derzeitigen Arbeitgeber, wechselte innerhalb des Unternehmens oft die Abteilungen und sammelte damit vielfältige Erfahrungen. Dass sie sich auf Druck der Eltern gegen ein Sportstudium und für ein technisches Studium entschieden hat, bereut die Diplom Ingenieurin für Produktentwicklung heute nicht. Ein technisches Studium zu beginnen und in eine andere Stadt zu gehen, waren aus ihrer damaligen Sicht mutige Entscheidungen. In ihrem Arbeitsalltag als Produktentwicklerin schätzt sie die Kombination zwischen praktischen Aufgaben und Schreibtischtätigkeit. Derzeit lerne sie, die Spielregeln der männlich geprägten Arbeitswelt zu durchschauen, so Kempker. „Wichtig ist, den eigenen Standpunkt aktiv zu vertreten“, lautet ihr Rezept. Eine wichtige Hilfe sei ihr das das Buch von Marion Knaths „Spiele mit der Macht“, auf das sich auch Slammerin Susanne Arnoldy bezog.

Just smile and wave

Ganz entspannt sieht Arnoldy mittlerweile ihr Arbeitsumfeld. Die 37-jährige arbeitet als leitende Angestellte bei IBM. Und so lautet ihr Appell an die meist jüngeren Zuhörerinnen des Women MINT-Slam: „Verstehe das Spiel mit der Macht und nutze es zu Deinem Vorteil – just smile and wave“. Dass zur Karriere mehr gehört, als eine exzellente Ausbildung hat die Diplom-Bibliothekarin und Diplom-Wirtschaftsinformatikerin mit Executive MBA Projekt- und Prozessmanagement der Universität Salzburg / St. Gallen begriffen. „Frauen stoßen auf Mauern, wenn sie glauben, gute Leistung werde automatisch anerkannt und reiche für eine Karriere“, sagt Susanne Arnoldy. „Auch der Wunsch nach „alle sollen mich mögen“ und nach Harmonie im Team darf nicht an erster Stelle stehen“, so ihre Erfahrung. Vielmehr komme es auf eine gute Selbstvermarktung an. Frauen sollten sich lieber öfter mit 80 Prozent ihrer Leistung zufriedengeben und die verbleibende Zeit für informelle Kontakte in der Cafeteria und beim „Flurfunk“ einsetzen. Wenn Männer in Meetings zunächst ihre Rangordnung aushandeln, sei dies die Zeit, sich zurückzulehnen und zu genießen – um anschließend die eigenen Inhalte mit dem Ranghöchsten zu verhandeln, lautet ein weiterer Tipp von der Karrierefrau. Wichtig sei es, zu sich als Frau zu stehen und wer Spaß an beeindruckenden Autos habe, solle auf dieses Machtsymbol nicht verzichten. Auch so etwas gehöre zum Spiel mit der Macht. Emotionen lebt die Hobbyreiterin und Skifahrerin lieber privat aus. Beruflich lehnt sie sich in Stresssituationen zurück, lächelt innerlich und winkt – wie die Pinguine aus dem Kinofilm „Madagaskar“, die Susanne Arnoldy symbolisch bei ihrem Slam-Beitrag unterstützten.

Es lohnt sich, Wagnisse einzugehen

Als Improvisationstalent entpuppte sich Coelestina Kurzrock-Juschkus von Rolls-Royce Deutschland. Sie sprang ad hoc für die erkrankte Ingenieurin Barbara Blume ein. Obwohl sie Pädagogik, Slawistik und Anglistik studierte, arbeitet sie heute als Risk, Business Continuity und Travel Manger auch an der Schnittstelle zu technischen Bereichen des Unternehmens. Bereits kurz nach ihrem Firmeneintritt wurde sie Mutter – und war damals die erste Frau im Unternehmen, die ohne Erziehungsurlaub direkt nach der Schwangerschaftspause wieder in Vollzeit einstieg. Um frischgebackenen Eltern den Wiedereinstieg in den Job zu erleichtern, engagiert sie sich auch als Kita-Beauftragte von Rolls-Royce Deutschland; im Rolls-Royce Germany WoMen´s-Network hat sie eine leitende Funktion inne. Ihr Tipp an die Nachwuchs-Frauen: „Bleibe immer Du selbst.“ Sie muss es wissen. Innerhalb des Unternehmens hat sie in ihren fast 15 Jahren Betriebszugehörigkeit in acht verschiedenen Positionen und Projekten gearbeitet. „Jeder Tag ist anders, es gibt immer neue Situationen und Herausforderungen – das liebe ich an meinem Job“, bekennt sie. Bei Rolls-Royce Deutschland, wo Menschen aus 51 Nationen arbeiten, schätzt sie die diversen Teams und die unterschiedlichen Denkweisen. „Es lohnt sich immer, sich in neue Aufgabengebiete einzuarbeiten, Chancen zu ergreifen und Wagnisse einzugehen“, ist sich Coelestina Kurzrock-Juschkus sicher.

Vom Löwenzahn zur Lotusblume

Birgit Hess arbeitet bei SAP im technischen Vertrieb für Cloud-Produkte. Welche Eigenschaften sie als berufstätige Mutter und Frau in einem MINT-Beruf braucht, welchen Vorurteilen sie ausgesetzt ist und wie sie damit umgeht, erklärte Hess mit Hilfe der Symbolik von echten Blumen. „Bewusst analog und nicht digital“, wie sie anmerkt.

Das typische MINT-Mädchen sei sie gewesen - wie der Löwenzahn: unkompliziert, robust und wissbegierig. Ihre Entscheidung für ein Biologiestudium symbolisierte die Referentin mit einem Strauß Wiesenblumen. Als Naturwissenschaftlerin müsse man Teamplayerin sein – und dennoch Individualistin, um eine Nische zu finden, in der man bestehen kann. Als eigene Nische fand Birgit Hess die Bioverfahrenstechnik. Während des Studiums bekam sie ihren Sohn und damit eine neue Rolle. Diese Mutterrolle verglich sie mit einer Passionsblume, einer hochorganisierten Rankpflanze. „Weiter wachsen, sich organisieren können, aber auch eigene Grenzen erkennen und vor allen Dingen Hilfe anzunehmen“, habe sie in dieser Zeit gelernt. Als berufstätige Mutter in einem männerdominierten Umfeld sei sie schließlich eine typische Rose: bewundert, aber gemieden, manchmal beneidet. Allein sei eine Rose beeindruckend, aber verletzlich. Deshalb appellierte Hess an ihre Zuhörerinnen, in anderen Frauen Verbündete zu sehen und keine Konkurrentinnen. Auch die Rose sei in der Menge mit anderen als Strauß oder Strauch weniger angreifbar und deutlich imposanter. Die Eigenschaften einer guten Managerin schließlich verglich die Referentin mit der Lotusblume: Es sei hilfreich Dinge manchmal an sich abperlen zu lassen und sich abzugrenzen, dabei aber verlässlich und integer zu sein. In Asien stehe die Lotusblume für Reinheit und Schöpferkraft. Die Verantwortung für ein Team zu übernehmen, bedeute, viele der Eigenschaften der genannten unterschiedlichen Rollen zu übernehmen. Und : „Ob ich es NICHT kann, weiß ich erst, wenn ich es probiert habe“, lautet die Empfehlung von Birgit Hess an junge MINT-Frauen.
Die begeisterten Gäste des Slam belohnten diesen phantasiereichen Beitrag mit einer grandiosen Wertung.
Gewonnen haben bei diesem Women Mint-Slam alle – das Publikum, das viele Tipps mit nach Hause nehmen konnte, als auch die vier Slammerinnen, die ihre Erfahrungen weitergeben konnten und voneinander gelernt haben. Trotzdem sei abschließend angemerkt: Birgit Hess war die erste der Siegerinnen.

 

Bildunterschrift:
Antje Kempker, Kautex Textron GmbH & Co KG
Supervisor Validation SCR

Susanne Arnoldy, IBM
Associate Partner / SAP Service Line / Global Business Services

Birgit Hess, SAP
Presales Expert

Coelestina Kurzrock-Juschkus, Rolls Royce Deutschland Ltd & Co KG
Risk, Business Continuity and Travel Manager | Kita Beauftragte | Rolls Royce Germany WoMen’s Network – Workstreamleader Networking
 
Hinweis: Der nächste Women-MINT-Slam findet im Rahmen der IdeenExpo auf dem Messegelände in Hannover am 24.8.2013 statt.

Haben Sie selbst Interesse, einen MINT-Slam durchzuführen?

Women-MINT-Slam leicht gemacht: Die Toolbox von Komm, mach MINT.
Die Toolbox besteht aus Dokumenten und Checklisten für die Vorbereitung eines Women-MINT-Slams und aus Vorlagen für Dokumente, die während der Veranstaltung eingesetzt werden können. Die Dokumente sind beschreibbar und können den unterschiedlichen Anlässen entsprechend angepasst werden.
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