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Die Spielorte heißen „Mikrobühne“, „Industriespionage“ oder „Spielcasino“. Die Aufgaben sind kniffelig. Die Hauptdarstellerinnen verfolgen engagiert und fasziniert ihr Ziel: Die Lösung des Problems! Nein, das sind keine Regieanweisungen für einen neuen Agententhriller – aber die Themen sind genauso spannend!
Denn erstmals öffnete die Bildungsmesse FORSCHA Anfang November in München ihre Pforten, um junge Menschen für technisch-naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu begeistern und ihnen ein Forum zu bieten, um in zahlreichen Mitmach-Aktionen ihre Talente beim Knobeln, Bauen und Experimentieren zu entdecken.
„Komm, mach MINT.“ präsentierte sich zusammen mit dem deutschen ingenieurinnenbund e.V. (dib) und unterstützt durch das Unternehmen Henkel auf einem großen Stand mit einem abwechslungsreichen MINT-Parcours: An zehn experimentellen Stationen konnten Schülerinnen ihre MINT-Talente entdecken und erproben sowie mit Vorbildfrauen über deren Studien- und Berufserfahrungen sprechen.
„Hey, ich hab´s!“
18 Role Models standen den Besucherinnen im Alter von vorwiegend acht bis 23 Jahren mit Rat und Tat zur Seite. „Ich finde es sehr positiv, wenn junge Mädchen auf diese Weise an technisch-naturwissenschaftliche Themen herangeführt werden, weil sie gegebenenfalls in der Schule oder in ihrem familiären Umfeld keine Möglichkeit haben, sich entsprechend zu beschäftigen. Wenn sie hier die Chance haben, zu experimentieren und Knobelaufgaben zu lösen, dann ist das doch eine tolle Sache“, erklärt Annika Hüthel, Consultant im Product Lifecycle Management bei Siemens IT Solutions & Services. „Wie funktioniert denn das?“ und „Hey, ich hab´s!“ waren folgerichtig auch die am häufigsten vernehmbaren Reaktionen der Mädchen im Umgang mit den zahlreichen spannenden Aufgaben und Experimenten: Um beispielsweise bei der „Industriespionage“ erfolgreich zu sein, lohnte sich ein Blick ins Innere eines Türschlosses - ganz alltäglich und trotzdem total faszinierend. Denn wer fragt sich schon, welche Mechanismen am Werk sind, wenn mittels Griff eine Tür geöffnet und anschließend wieder verschlossen wird. Maschinenbau im Miniaturformat und Kathrin, eine 16-jährige Schülerin aus München, ist begeistert: „Ich finde die Aufgaben total cool! Bisher hatte ich überlegt, später mal was mit Bio zu machen, aber das „Türschloss“ hat mir viel Spaß gemacht und ich könnte mir vorstellen auch was in dieser Richtung zu machen.“ Wer die Innenreise durch ein gewöhnliches Türschloss beendet hatte, konnte eine außergewöhnliche Reise zum Mond antreten – mittels einem Blatt Papier im DIN A 4 Format. Dazu sollten die Mädchen errechnen, wie oft das Papier gefaltet werden muss, bis der Mond erreicht ist. Nicht ganz leicht – aber faszinierend!
Bei der Station „Auf den Inhalt kommt´s an“ war geometrisches Wissen gefragt, um herauszufinden, welche Körper - Quader, Zylinder, Pyramide – das größte Volumen an Wasser fassen. Erst schätzen, dann ausprobieren. Wurde diese und drei weitere Aufgaben richtig gelöst, gab es die coole „Komm, mach MINT.“-Lacktasche zur Belohnung. „Die Altersgruppen und damit auch die Talente und Neigungen der Mädchen sind sehr verschieden und auf diese Unterschiede müssen wir reagieren, in dem wir eine Bandbreite an Aktionen bieten, um möglichst viele Schülerinnen in ihren Interessen abzuholen und für MINT zu begeistern“, resümiert Dipl. Ing. Sylvia Kegel, Vorstandsmitglied des deutschen ingenieurinnenbund dib.
Einfach machen!
Auf welche Art und Weise das technisch-naturwissenschaftliche Interesse bei jungen Menschen besser geweckt
und stärker gefördert werden könnte, diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion „MINT – Lust statt Frust?“, an der neben Vertreterinnen und Vertretern von Eltern- und Lehrerverbänden sowie der Bayerischen Staatsregierung auch Susanne Witteriede, Leiterin der Geschäftsstelle „Komm, mach MINT.“, teilnahm: „Das Thema MINT-Förderung ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag, bei dem alle Akteurinnen und Akteure – Politik, Bildungsinstitutionen aber vor allem auch Lehrkräfte und Eltern – gefordert sind. Dabei muss deutlich gemacht werden, welche hervorragenden Chancen die MINT-Berufe bieten und ihr Image verbessert werden“, argumentierte sie zum Abschluss einer regen Diskussion, in der zahlreiche Lösungsansätze erörtert wurden.
Auch Kathrin, die 16-jährige Schülerin, hatte die Diskussion verfolgt. Ihre Lösung für die Frage „MINT – Lust statt Frust?“ braucht keine großen Debatten und ist weit entfernt von komplizierten Forderungen. „Einfach machen!“, sagt sie und denkt dabei wahrscheinlich wieder an das Türschloss.