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MINT-Veranstaltungen

Dokumentation Komm, mach MINT. Fachkongress 2011 am 13.12.2011 in Berlin

Der Fachkongress des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen fand am 13. Dezember 2011, im Umweltforum Berlin mit dem Thema "Die MINT-Karriere ist weiblich- Frauen in Führung" statt.

Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen begrüßte die Gäste der Tagung zum Start in die zweite Phase des Paktes für mehr Frauen in MINT-Berufen.

"Seit dem Start in 2008 hat sich vieles positiv verändert", bilanzierte Quennet-Thielen. "Es wurde ein beeindruckendes Netzwerk aus mittlerweile 100 ganz unterschiedlichen Partnern geschaffen mit einer Geschäftsstelle, in der die Aktivitäten zusammenlaufen und stetig weiterentwickelt werden."

Im Rahmen einer Podiumsrunde legten Paktpartnerinnen und –partner aus Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Medien und Arbeitnehmerverbänden ihre Position zum Thema Karriereeinstieg und -entwicklung in MINT dar.

Als 100. Paktpartner begrüßte dann Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen die Daimler AG.

Und der Zukunftsforscher Matthias Horx erläuterte in seinem Vortrag, warum die Geschlechterfrage ein Megatrend sei, in dem es darum gehe, einen neuen gesellschaftlichen Konsens zu finden in dem Spannungsfeld Mann, Frau, Macht, Arbeit.

Unterhaltsamer und gleichzeitig lehrreicher Abschluss des Fachkongresses war der erste Women MINT-Slam mit Führungsfrauen.

Pressemitteilung anlässlich des Fachkongresses

Stimmen von Kongress-Teilnehmerinnen zum Thema Frauen in Führung

Interviews mit Führungsfrauen, die wir im Rahmen des Fachkongresses durchgeführt haben

Diskussionsrunde: Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen im Gespräch mit...

Im Rahmen einer Podiumsrunde legten Paktpartnerinnen und -partner aus Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Verbänden, Medien, Stiftungen und Arbeitnehmerverbänden ihre Position zum Thema Karriereeinstieg und -entwicklung in MINT dar.

Teilnehmende der Diskussionsrunde:

  • Prof. Dr. Dagmar Schipanski, Präsidium der Niedersächsischen Technischen Hochschule Braunschweig

  • Dr. Ekkehard Winter, Geschäftsführer Deutsche Telekom Stiftung
  • Christine Keiner, Director University & Diversity Recruiting SAP AG
  • Dagmar Reim, Intendantin des Runfunk Berlin-Brandenburg (rbb)
  • Dr. Hans-Heinz Zimmer, VDE-Vorstandsvorsitzender
  • Jenny Huschke, Referatsleiterin, DGB-Bundesvorstand

Staatssekretärin Quennet-Thielen berichtete, dass in ihrem Ministerium bereits 60 Prozent der jungen Referentinnen und Referenten Frauen seien. Dies liege sicherlich auch an der Ministerin, die hier als Role-Model wirke.

Für den Bereich der Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen bemängelte Prof. Dr. Dagmar Schipanski, dass die Struktur der überwiegenden Arbeit in befristeten Projekten den Einstieg für Frauen besonders erschwere, da sie aus dem System fielen, wenn sie Kinder bekämen. Zudem erhielten Frauen oft nur Teilzeitstellen und ein entsprechend geringes Gehalt. Sie forderte langfristige Sicherheit für den Einstieg in eine wissenschaftliche Karriere. Eine Unterstützung der Hochschulen über Mittelvergabe für befristete Projekte sei nicht ausreichend, um den Nachwuchs zu fördern. Prof. Dr. Schipanski sprach sich dafür aus, für eine Übergangszeit mit flexiblen Frauenquoten im MINT-Bereich zu arbeiten und parallel die Kinderbetreuung auszubauen.

Staatssekretärin Quennet-Thielen gab zu bedenken, dass die Hochschulfinanzierung Ländersache sei und der Bund laut Verfassung einzig über Projekte fördern dürfe.

Für den Bereich der Wirtschaft sah Christine Keiner von SAP Handlungsbedarf in den Unternehmen. Bei SAP gäbe es eine Reihe mittlerweile erfolgreicher Maßnahmen wie beispielsweise Coaching-Angebote für Frauen im Unternehmen oder Seminare für Führungskräfte, die sie für verschiedene Aspekte der Führung und Förderung von Frauen und Männern sensibilisieren. Jungen Bewerberinnen riet sie, sich über die Unternehmen im Vorfeld zu informieren.

Dr. Ekkehard Winter von der Deutschen Telekom Stiftung wollte nicht nur die Chancen der Frauen diskutiert wissen. Dies sei nur die eine Hälfte des Themas. Er forderte eine Veränderung der Unternehmenskultur hin zu mehr Diversität und einen Blick auf die Männer. Diese müssten beispielsweise ohne formelle und informelle Nachteile Elternzeit nehmen können.

Christine Keiner betonte ebenfalls, dass die Betreuung von Kindern Aufgabe beider Geschlechter sein müsse. Führung sei auch in Teilzeit möglich – gerade in einer Branche, in der eh über Zeitzonen und Ländergrenzen hinweg virtuelle Teams geführt würden.

Jenny Huschke, Referatsleiterin in der Abteilung Frauen- und Gleichstellungspolitik beim DGB-Bundesvorstand, stellte die vielfältigen Projekte der Gewerkschaften im Rahmen der Bundesinitiative zur Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft mit dem Titel „Gleichstellen“ heraus. Dies ist ein ESF-Programm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in Zusammenarbeit mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Die großen Industriegewerkschaften ebenso wie die Vereinte Dienstleitungsgewerkschaft und die NGG sind darin mit eigenen Projekten engagiert. Sie wies weiter darauf hin, dass das Arbeitszeitvolumen der Frauen insgesamt nicht gestiegen sei, obwohl mehr Frauen arbeiteten. Das bedeutet: sinkenden Arbeitszeiten. Teilzeit sei weiter weiblich dominiert, es sei jedoch entscheidend, dass auch Frauen von ihrer Erwerbstätigkeit leben könnten.

Der Vorstandsvorsitzende des VDE, Dr. Hans-Heinz Zimmer erklärte, eine Studie des VDE im Auftrag des BMBF zeige, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besonders im Fokus der Frauen stehe. Dort, wo Unternehmen an dieser Stelle tätig würden, verändere sich die Situation. Dabei seien die Hochschulen vorbildlicher als die Konzerne. Mit der Einführung einer Frauenquote riet er, vorsichtig umzugehen. Die Basis zu vergrößern, indem mehr Jugendliche für MINT begeistert werden, sei der bessere Ansatz. Damit Frauen im Unternehmen durch eine Quote bevorzugt würden, müssten sie natürlich gleiche Qualifikationen wie Männer vorweisen können.

Staatssekretärin Quennet-Thielen hielt es für ausgeschlossen, dass ein Anteil von 98 Prozent Männern in Dax-Vorständen auf eine mangelnde Qualifikation von Frauen zurückzuführen sei. Sie verwies noch einmal auf das Gleichstellungsgesetz, dass eine Förderung vorsehe, bis ein Gleichstand erreicht sei. In anderen Bereichen müssten nun Männer gefördert werden.

Da in den letzten Jahre intensiv über die Qualifikation der 98 Prozent Männer in den Dax-Vorständen diskutiert wurde, freue sie sich, dass nun auch über die Qualifikation der zwei Prozent Frauen geredet werde, konterte Dagmar Reim, Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Das beste Mittel, um Frauen in Führungspositionen zu bringen, seien Frauen in Führungspositionen, so Reim. Mädchen und junge Frauen wählten Bereiche, in denen sie Vorbilder fänden. Dies zeige beispielsweise der Girls’Day. Da die Selbstverpflichtung der Unternehmen über Jahre hinweg keine Wirkung erzielt hätte, plädiere sie nun für eine Quote. Denn bisher herrsche in den Unternehmen „der Triumph der menschlichen Sitzfläche über den Geist“. Männer brüsteten sich mit 24-Stunden-Jobs und machten mit dieser familienfeindlichen Einstellung Karriere. Daran ändere auch acht Wochen „Wickelvolontariat“ nichts. Teilzeit und Erziehungszeiten würden zu 92 Prozent von Frauen gemacht. Im rbb sei mittlerweile ein Frauenanteil von 40 Prozent in Führungspositionen erreicht. Dies sei jedoch kein Selbstläufer gewesen.

100. Pakt-Partner Daimler AG

Als 100. Paktpartner begrüßte Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen die Daimler AG. Peter Berg, Leiter Global Talent Acquisition & Develepment Daimler überreichte der Staatssekretärin das unterschriebene Memorandum zum Beitritt. Quennet-Thielen zeigte sich erfreut, dass mit der Daimler AG ein Dax 30-Unternehmen als weiterer wichtiger Partner für den Pakt gewonnen werden konnte. Peter Berg drückte die Hoffnung aus, als Mitglied des Paktes im Netzwerk neue Anregungen und Ideen entwickeln zu können, wie die Quote von Frauen, die in einen MINT-Beruf münden, erhöht werden kann. Die Daimler AG habe die Förderung und Gewinnung von Frauen für Daimler in der Zielsetzung für Führungskräfte verankert. Angestrebt werde bis zum Jahr 2020 eine jährliche Steigerung um ein Prozent auf 20 Prozent. Im Vergleich: Im Jahr 2005 waren es erst fünf Prozent.

Daher hatte Daimler im Jahr 2005 bei der Verankerung eines konsequenten Diversity Managements der Förderung von Frauen oberste Priorität eingeräumt und mit einer Vielzahl von Maßnahmen den Kulturwandel im gesamten Unternehmen eingeleitet. Dazu gehören unter anderem flexible Arbeitszeitmodelle, eigene Kinderkrippen und das TANDEM-Mentoringprogramm, das nachweislich Frauen ermutigt, höhere Führungspositionen anzustreben. Seitdem steigt der Anteil von Frauen im Management. Der Kulturwandel hin zu mehr Heterogenität betrifft jedoch nicht nur die Managementebenen. Das Unternehmen will in allen Unternehmensbereichen mehr gemischte Teams schaffen.

In einer speziellen Infomappe mit dem Titel „Begegnungen – Frauen des Sterns“, stellt Daimler Frauenkarrieren in unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens vor - von der Vorstandsfrau über die leitende Designerin und die Projektleiterin in der Entwicklung bis hin zur Zukunftsforscherin und Mechatronik-Auszubildenden.

Im Juli 2011 fanden die Daimler Women-Days in Stuttgart statt. 60 Teilnehmerinnen nutzen diesen Tag: Unter dem Motto "Automobile Leidenschaft leben. Mit Ihnen." brachten die Kandidatinnen ihre Ideen, ihr Können und ihre persönlichen Berufsvorstellungen ein und besprachen mit Führungskräften und Personalexperten, wie sie ihre Karriere bei Daimler gestalten könnten. Das Angebot richtete sich speziell an Frauen mit einem Ingenieurs- und IT-Hintergrund.

Die Automobilbranche steht vor großen technologischen Herausforderungen. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, benötigt Daimler zukünftig noch mehr qualifizierte Fachkräfte, vor allem in den MINT- Fächern. Dabei sind dem Unternehmen vielfältige Teams wichtig. Es will besonders Frauen ermutigen, Studium und Beruf im MINT-Bereich anzustreben. Mit der Mitgliedschaft im Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen will Daimler ein weiteres Zeichen setzen und baut darauf, gemeinsam eine breite Basis zu erreichen.

Im Anschluss an die Begrüßung der Daimler AG als 100. Paktpartner überreichte Prof. Babara Schwarze, strategische Beraterin des Pakts, die druckfrisch erschienene Erfolgsbroschüre „Komm, mach MINT.“ - Erfahrungen, Umsetzungsstrategien und Erfolge des Nationalen Paktes für Frauen in MINT-Berufen und seiner Partner“. Diese Broschüre stellt exemplarisch die Bandbreite der zahlreichen guten und effektiven Angebote und Maßnahmen der Paktpartner für Frauen in MINT-Berufen vor. Sie bietet einen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten und zeigt wertvolle Ergebnisse auf, die im Pakt erzielt wurden. Prof. Schwarze unterstrich, dass diese Erfahrungen zahlreiche Anregungen bieten, um mehr Frauen für MINT-Studiengänge und die entsprechenden Berufe zu gewinnen.

Vortrag: Matthias Horx, Trend und Zukunftsforscher: „Megatrend Frauen“

Wettbewerb: Women MINT-Slam mit Führungsfrauen

Der MINT-Slam ist – wie sein Vorbild der Poetry Slam – ein Wettbewerb im Vortragen. Im Rahmen des Kongresses wurde dieses Konzept auf das Thema „Frauen in Führung“ zugeschnitten. Drei Frauen stellten in informativen und unterhaltsamen Vorträgen in zehn Minuten ihre Forschungsergebnisse oder Aspekte ihrer Karriere vor. Das Publikum war die Jury: Prof. Dr. Heike Wiesner, Professorin für Betriebliche Informations- und Kommunikationssysteme, Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR), Berlin, Prof. Dr. Burghilde Wieneke-Toutaoui von der Beuth Hochschule für Technik Berlin und Technical Expert bei MAN Diesel und Turbo, Berlin und Carola Kirchner, Geschäftsführerin I+B ISOLIER+BAUTECHNIK GmbH, Berlin, Unternehmerin im VdU, stellten sich dem Urteil des Publikums.

Prof. Dr. Heike Wiesner überzeugte ihre Zuhörerschaft durch ihre frische, natürliche Art und ihre Begeisterung für MINT. Im tiefsten Ostfriesland aufgewachsen, wollte sie Physik studieren, aber ein Lehrer meinte, das sei nichts für Mädchen „Gott sei Dank gab es eine Lehrerin – heute ist sie die Schulleiterin - die mir den guten Rat gab: Verlass Ostfriesland und mach was aus Dir“, erzählte Wiesner dem amüsierten Publikum. Sie absolvierte ein Studium der Sozialwissenschaften mit der Note 1,0 und promovierte im STS- Bereich (science and technology) zum Thema „Die Inszenierung der Geschlechter in den Naturwissenschaften“. Ihre Karriere bis zur Professorin wurde beflügelt durch Mentorinnen. „Die haben mich weggeschickt in die USA und ich wurde vorwärts geschubst“, sagt Wiesner. „Ich gehöre nun in die Wirtschaftsinformatik“, ist die 45jährige überzeugt. Als Gastprofessorin im Harriet Taylor Mill-Institut an der Hochschule für Wirtschaft Berlin und Recht (HWR), treibt sie die Frage um, wie sie insbesondere Schülerinnen für die Hochschule gewinnen kann und entwickelt dazu jede Menge kreative Ideen und Projekte.

Prof. Dr. Burghilde Wieneke-Toutaoui überzeugte neben dem inhaltlichen Beitrag durch eine kreative Performance: Aus verschieden farbigen Schokotabletten mixte sie einen bunten Karrierecocktail.
Die braunen Tabletten symbolisierten die fachliche Basis. Ihre Begeisterung für Maschinen sei seit 35 Jahren ungebrochen, versicherte Wieneke-Toutaoui. Im Verlauf ihrer Karriere habe sie vom Männernetzwerk ihres Doktorvaters profitiert.
Dem setzte sie gelbe Tabletten zu, die für Kraft und Gesundheit stehen. „Ich musste hart arbeiten und habe drei Kinder, seit ich 50 bin, achte ich auf meine Gesundheit.“

Unverzichtbarer Bestandteil des Karrierecocktails seien die roten Tabletten: Selbstvertrauen und Mut. „Keiner hat gesagt, das ist nichts für Dich. Alle haben gesagt, das ist überhaupt nichts für Menschen“, beschreibt Wieneke-Toutaoui die Reaktionen auf ihre Berufsentscheidung. Mit 17 ging sie allein nach Berlin, mit 28 unterrichtete sie Feuerwehrleute. Zu der Zeit, als sie drei kleine Kinder hatte, ging sie ein Jahr nach Südkorea. Drei Dinge, die in ihrer Umwelt nicht immer Applaus hervorriefen. Da half der Leitspruch ihrer Mutter: „Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch die Kraft“.

Das i-Tüpfelchen des Karrierecocktails seien die grünen Tabletten: Glück. Dabei reiche es nicht, Glück zu haben, man müsse es auch erkennen. In ihrer Karriere seien beispielsweise Ganztagesschulen für ihre Kinder Glück gewesen.

Nicht fehlen sollten im Karrierecocktail die blauen Tabletten: der Plan B. Selbst wenn nicht immer alles glatt gelaufen sei, sei sie immer wieder aufgestanden und dann helfe der Plan B im Hinterkopf. So habe sie aktuell eine Wahl verloren, auf die sie gebaut habe. Statt dessen gründe sie nun ein Unternehmen.

Am Ende ihres Vortrags präsentierte sich die Professorin in einer (unechten) Felljacke: Denn als Karrierefrau benötige sie zuweilen ein dickes Fell.

Die Berliner Bauunternehmern Carola Kirchner beschrieb ihren Weg als eine typisch weibliche Karriere. Aufgewachsen als eines von drei Kindern in einer Gastronomenfamilie, gehörte die Mitarbeit der Kinder im Betrieb zur Normalität. „Das hat mich geprägt. Alle anderen Kinder hatten es besser. Das Leben meiner Eltern wollte ich für meine Zukunft nicht haben“, sagte Kirchner.

10. Klasse Hauptschule und eine abgebrochene Handelsschule waren ihr Rüstzeug ins Berufsleben. Sie absolvierte eine Lehre in der Gastronomie, heiratete Anfang 20 und bekam einen Sohn. Mit 35 kam die Scheidung und der Entschluss, richtig etwas aus ihrem Leben zu machen. Nach zwei Monaten Auszeit in Australien gründete sie nach dem Fall der Mauer in Berlin einen Büroservice für Bauunternehmen. Das Unternehmen florierte, sie stellte Mitarbeiterinnen ein. Aber 1995 kam der Knick. „Ich musste Leute entlassen. Das war eine schwere Zeit und ich dachte, das packe ich nicht“, erinnerte sich Kirchner.

Mit Hilfe von Freunden rappelte Sie sich wieder auf und in der Gewissheit, dass auch andere, heute berühmte und erfolgreiche Menschen wie Walt Disney am Anfang ihrer Karriere verlacht wurden, kaufte sie ein Bauunternehmen. Die Mitarbeiter hatten die Wahl zwischen Arbeitslosigkeit und einer Chefin als Frau. „Sie haben sich für die Frau entschieden.“ Ihr neuer Führungsstil habe dazu beigetragen, dass die Mitarbeiter gewachsen seien. Sie sei kooperativer und übertrage ihnen mehr Verantwortung als männliche Chefs der Branche – „aber die Entscheidung liegt natürlich bei mir“, so Carola Kirchner. Sie verstehe sich als Managerin und sei jetzt an dem Punkt angekommen „dass die Leute mich als Bauunternehmerin ernst nehmen“.

Alle drei Vorträge stießen bei den Gästen auf großes Interesse und Begeisterung. Prof Dr. Wieneke-Toutaoui konnte jedoch einen kleinen Vorsprung vor den beiden Zweitplatzierten Slammerinnen erringen.

Interviews zum Thema Führungsfrauen

Prof. Dr. Dagmar Schipanski, Präsidium der Niedersächsischen Technischen Hochschule Braunschweig
Christine Keiner, Director University + Diversity Recruiting SAP AG
Carola Kirchner, Unternehmerin und Geschäftsführerin I+B Isolier + Bautechnik GmbH, Berlin

Stimmen von Kongress-Teilnehmerinnen

Ein Wunsch frei: Was müsste geschehen, damit mehr Frauen in MINT-Bereichen in Führungsverantwortung gelangen?

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