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MINT-Veranstaltungen

Interview Carola Kirchner

Interview mit Carola Kirchner, Unternehmerin und Geschäftsführerin I+B Isolier + Bautechnik GmbH, Berlin, zum Thema Führungsfrauen

Wie haben Sie das Ziel Führungsverantwortung erreicht?

Ich habe mir diese Position erarbeitet, aber insbesondere Gelegenheiten aufgegriffen. Das Wichtigste war ein gutes Bauchgefühl. Natürlich habe ich daneben auch Seminare und Coachings mitgemacht.

Was war der größte Beschleuniger?

Der wirtschaftliche Druck von außen: Ich wollte nach vorne kommen und Geld verdienen. Ich wollte ein besseres Leben als meine Eltern führen.

Was war die größte Bremse auf diesem Weg?

Die Männerwirtschaft in der Baubranche. Als Frau kommt man in diese Kreise nicht rein. Zum Beispiel in den Lions Club. Und wenn sich mal Gelegenheiten ergeben, ist man als Frau trotzdem außen vor.

Wäre es sinnvoll – und wenn ja, warum – dass mehr Frauen in MINT-Bereichen Führungsverantwortung erlangen?

Ja. Denn weibliche und männliche Intellekte zusammen wären der goldene Mittelweg. Ich glaube, Frauen würden in den DAX-Unternehmen nicht mal eben tausend Leute entlassen, sondern erst einmal nach anderen kreativen Lösungen suchen. Insbesondere in MINT ist es wichtig, neue Herangehensweisen zu finden. Gerade im Austausch zwischen Männern und Frauen könnten sich neue Ideen und Lösungen ergeben.

Was assoziieren Sie mit dem Begriff „Karrierefrau“?

Frauen, die sich hochgearbeitet haben und den männlichen Vorstellungen entsprechen und so gut wie kein Privatleben haben. Frauen, die Karriere gemacht haben, stecken in genau dieser Schablone. Die möchte ich abschaffen.

Welche Strukturen sind eher hinderlich, welche förderlich?

Der Respekt und die Einstellung muss in den Köpfen vorhanden sein, dass eine Frau diese Aufgaben genauso wahrnehmen kann, wie ein Mann. Dass es eher auf die Persönlichkeit des Menschen und nicht primär auf das Geschlecht ankommt. Das ist bisher nicht der Fall, aber dahin müssen wir kommen.

Was kann Politik tun, damit mehr Frauen im MINT-Bereich Führungspositionen erlangen?

Das hat das Beispiel in Norwegen gezeigt: Auch dort war es so, dass die Dax-Unternehmen im Rahmen einer Good Will-Aktion den Anteil von Frauen in den Vorständen erhöhen sollten. Dabei sind innerhalb von fünf Jahren zwei Prozent herausgekommen. Als die Regierung ein entsprechendes Gesetz erlassen hat, in dem auch Sanktionen festgeschrieben wurden, war es auf einmal möglich, innerhalb von zwei Jahren einen Anteil von 30 Prozent zu erreichen. Und das Tolle ist, dass die Männer dort nun mit diesem Zustand völlig zufrieden sind.

Was ist Ihr Tipp für Frauen, die eine Führungsrolle im MINT-Bereich anstreben?

Drei Punkte sind wichtig: Selbstbewusstsein, Kommunikation und Visionen. Natürlich muss auch die Qualifikation stimmen.

Was ist Ihr Tipp für Frauen, die eine Führungsrolle in MINT bereits erreicht haben?

Sie brauchen einen starken Willen, müssen das Heft in der Hand behalten und das Tempo bestimmen. Müde wird nur, wer getrieben wird.

Was gewinnen Männer durch mehr Führungsfrauen im MINT-Bereich?

Sie lernen 50 Prozent von sich selbst kennen. Sie lernen WAS alles geht und sie lernen, WIE etwas auch gehen kann.

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