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Mathematik

Interview von Nina

Nina ist 24 Jahre alt und hat einen Masterabschluss im Studiengang „Mathematics International“. Derzeit arbeitet sie an der TU Darmstadt als Wissenschaftliche Mitarbeiterin mit dem Ziel der Promotion.

Was und an welcher Hochschule haben Sie studiert?

Zunächst habe ich die ersten drei Semester Mathematik an der Martin-Luther-Universität in Halle an der Saale studiert. Innerhalb dieser ersten Semester bemerkte ich, dass ich gerne einen anderen fachlichen Schwerpunkt in meinem Studium setzen möchte, als die MLU das im Fachgebiet Mathematik tut. Ich entschloss mich an die Technische Universität Kaiserslautern zu wechseln. Dort erhielt ich sehr gute Unterstützung und so funktionierte der Wechsel reibungslos. So konnte ich nach sechs Semestern mein Bachelorstudium abschließen. Anschließend schrieb ich mich für den Masterstudiengang „Mathematics International“ ein. In diesem wird besonders auf die internationale Ausbildung Wert gelegt. Ich entschloss mich das dritte und vierte Mastersemester an der Universität in Oslo, Norwegen, zu studieren. Dort konnte ich meine Spezialisierung „Computeralgebra und algebraische Geometrie“ besonders gut vertiefen. Zurück in Deutschland schloss ich mein Studium mit der Masterarbeit ab.

Was hat Sie dazu bewogen, dieses Studium zu realisieren? Haben Sie erst eine andere Richtung eingeschlagen?

Meine Liebe zur Mathematik entdeckte ich schon in der Schulzeit. Ich habe an mehreren Mathematikolympiaden sehr erfolgreich teilgenommen, woraufhin mir zur neunten Klasse der Wechsel auf ein Gymnasium mit mathematisch-naturwissenschaftlich-informatischer Ausrichtung angeboten wurde. Die Entscheidung Mathematik zu studieren war mir aber nicht von Anfang an klar: beim Überlegen, welches Studienfach das Richtige sein könnte, kam ich aber immer wieder auf darauf zurück, weshalb ich mich entschloss, diesen Studiengang auszuprobieren. Ich merkte dann im Laufe des ersten Semesters, dass dieses Studium genau das Richtige für mich ist, weil es mir Spaß macht und mich begeistert.

Hatten Sie vor oder während des Studiums bereits praktische Erfahrungen?

Ich habe während meines Studiums als studentische Hilfskraft Übungen angeleitet. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und hatte den Vorteil, dass ich den Stoff selbst noch mal verinnerlichen und wiederholen konnte. Außerdem habe ich ein Praktikum in einer Mikroelektronikfirma geleistet, bei dem ich ein Computerprogramm geschrieben hat. Besonders schön war, dass das Programm in der Firma dann auch wirklich eingesetzt wurde und ich den Erfolg und den Nutzen meines Praktikums gleich sehen konnte.

Am Ende meines Masters habe ich für zwei Monate als studentische Hilfswissenschaftlerin an der Universität in Karlsruhe (KIT) gearbeitet habe. Während der letzten Phase meines Masters verstärkte sich der Wunsch zu promovieren. Da ich mir jedoch nicht zu 100 Prozent sicher war, ob der Bereich Kryptographie (also zum Beispiel Verschlüsselung oder Signaturen von Emails oder Daten) für mich der richtige sei, bemühte ich mich um den HiWi-Job am KIT. Dieser zeigte mir deutlich, dass es wohl der richtige Weg für mich ist.

Haben Sie ein Auslandsstudium absolviert?

Ja, ich habe für ein Jahr in Oslo studiert und habe dabei durchweg, sowohl persönlich als auch fachlich, sehr gute Erfahrungen gemacht. Auch hierbei wurde ich von der Tu KL und der Uni in Oslo sehr gut Unterstützt, sodass ich viele auf mein Themengebiet passende Vorlesungen hören und anerkannt bekommen konnte.

Aber auch „außerhalb der Universität“ habe ich viele prägende Momente erlebt. Dabei war meiner Meinung nach besonders entscheidend, dass ich mich sehr schnell einem kleinen Uni-Orchester angeschlossen habe. So wurde ich zu vielen Events (z.B. dem Nationalfeiertag) mitgenommen, welche ich ohne das Orchester nicht, bzw. sicherlich sehr verschieden erlebt hätte.

Welchen Rat würden Sie einer Schülerin mit auf den Weg geben, die überlegt ob sie in einem MINT-Fach studieren soll?

Man soll es ruhig immer versuchen. Und wenn man im Studium nicht weiterkommt oder etwas nicht versteht, dann soll man sich immer mit anderen Studierenden zusammenschließen. Man versteht nie etwas nur allein nicht, das gilt insbesondere für Mathe. Immer fragen, alle anderen sind auch nur froh, dass jemand die Frage endlich gestellt hat.

In Ihrer Freizeit beschäftigen Sie sich am liebsten mit...

Lesen, Sport (Joggen, Volleyball, Wandern) und Violine spielen.

An welchen Projekten arbeiten Sie zurzeit und wie dürfen wir uns dieses Arbeitsgebiet vorstellen?

Ich arbeite an Signaturen von E-Mails. Eine digitale Signatur ist so etwas wie eine Unterschrift unter einem Brief. Wenn ich als eine „signierte E-Mail von Anna“ bekomme, dann kann ich mir sicher sein, dass Anna sie auch wirklich geschrieben hat und nicht jemand anderes.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitsalltag aus?

Da ich erst vor kurzem angefangen habe hier zu arbeiten, lese ich zurzeit sehr viel. Zum einen muss ich mir eigenständig neues Wissen und Grundlagen aneignen und zum andere lese ich viel in den Veröffentlichungen von anderen Wissenschaftlern die auf dem gleichen Gebiet forschen.

Ist es für eine Frau schwieriger in einem eher männerdominierten Berufsfeld zu arbeiten?

Ich habe nur sehr gute Erfahrungen gemacht. Es arbeiten zwar weniger Frauen als Männer in meiner Arbeitsgruppe, aber ich merke selten, dass jemand anders mit mir spricht als mit einem Mann. Aber ich glaube auch, dass die Universität diesbezüglich ein sehr guter Arbeitsplatz ist.

Welche besonderen Vorkenntnisse, Fähigkeiten und Interessen braucht man für dieses Berufsprofil?

Man muss „Spaß an abstraktem Denken haben“, damit meine ich, dass man Spaß dabei haben sollte, theoretisch über Dinge nachzudenken. Außerdem braucht man meiner Meinung nach ein gewisses Maß an Durchhaltevermögen, da es immer wieder vorkommt, dass man Dinge nicht versteht und sich erstmal durchbeißen muss. Aber man lernt, dass man es am Ende immer schafft. Und das ist ein sehr schönes Gefühl, wenn man ein Thema komplett verstanden hat. Das ist auch, was mich besonders daran interessiert.

Was fasziniert Sie an Ihrer Tätigkeit am meisten?

An der Kryptografie so wie ich sie jetzt mache freut mich am meisten, dass ich die abstrakte und theoretische Mathematik anwenden kann, sodass wir in einigen Jahren mit den entwickelten Methoden die Internetkommunikation wirklich sicherer machen können.

Sind Sie in Projekten/Maßnahmen aktiv, die es sich zum Ziel gesetzt haben, junge Menschen für MINT zu begeistern?

Ich bin als MINT-RoleModel aktiv. Und als solches versucht man bei verschiedenen Gelegenheiten zu informieren und ich persönlich versuche zu erklären in welchen Bereichen die Mathematik überall drin steckt und darüber die Menschen dafür zu begeistern.

Welche beruflichen Ziele haben Sie persönlich für Ihre eigene Karriere?

Das ist bei mir abhängig davon, wie die Promotion läuft. Je nachdem könnte ich mir vorstellen sowohl an der Universität zu bleiben oder aber auch in die freie Wirtschaft zu wechseln.

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