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Helene-Lange-Preis 2010

11.08.2010

Bis zum 17. September können noch Bewerbungen für den Helene-Lange-Preis eingereicht werden. Die Bewerbungen werden durch die Jury bewertet und im Oktober findet die Preisverleihung statt. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Der Helene-Lange-Preis ist ein Förderpreis für Nachwuchswissenschaftlerinnen in Naturwissenschaft und Technik. Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften.

Fachkräfte mit Abschlüssen in den so genannten MINT-Fächern sind in Deutschland sehr gefragt und haben beste Berufsaussichten. Gerade Frauen entscheiden sich aber nur selten für einen MINT-Studiengang. Daher wird mit dem Helene-Lange-Preis jährlich eine Nachwuchswissenschaftlerin für ihre Leistungen in Forschung und Lehre ausgezeichnet. Der Preis dient gleichzeitig als Motivation, den eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu gehen. Teilnehmen können alle Wissenschaftlerinnen in der Post-Doc-Phase an deutschen Universitäten aus dem mathematischen, naturwissenschaftlichen oder technischen Bereich sowie der Informatik, die noch nicht auf eine ordentliche Professur berufen wurden. Bewerbungsschluss für dieses Jahr ist der 17. September 2010. Die Bewerbungen werden durch die Jury nach folgenden Kriterien bewertet: Herausragende Promotion in einem MINT-Fach, Exzellente Lehre, Mitarbeit an Forschungsvorhaben, Einschlägige Publikationen, den Willen, die wissenschaftliche Laufbahn konsequent fortzusetzen.

Bewerbungen sind ausschließlich online möglich.
Die Preisverleihung findet am Freitag, den 22. Oktober 2010 in Oldenburg statt.

Helene Lange wurde am 9. April 1848 in Oldenburg als Tochter einer Kaufmannsfamilie geboren. Sie gilt als eine der wichtigsten deutschen Wegbereiterinnen der Mädchen- und Frauenbildung. Während ihrer Jungendzeit war ihr der Zugang zu höherer Bildung nicht gestattet, so dass sie sich zunächst einem Selbststudium der Philosophie, Literatur- und Religionsgeschichte, Geschichtswissenschaft und der alten Sprachen widmete und als Hauslehrerin tätig wurde.

Nach Vollendung des 21. Lebensjahres begann sie schließlich eine Lehrerinnenausbildung in Berlin und wurde 1872 selbst Leiterin eines Lehrerinnenseminars. Sie gründete die ersten "Realkurse" und bald darauf "Gymnasialkurse" für Mädchen, die auch die bis dahin den Jungen vorbehaltenen Fächer Latein, Mathematik, Naturwissenschaften und Volkswirtschaft umfassten. Im Jahr 1896 führte sie die ersten sechs Mädchen in Preußen zum Abitur, also zur Reifeprüfung für die Universität. Nebenbei engagierte sie sich auch politisch für Gleichberechtigung im Kontext der bürgerlichen Frauenbewegung und wurde 1919, nach der Erlangung des Frauenwahlrechts in der Weimarer Republik, in die Hamburger Bürgerschaft gewählt.