Service-Navigation:
     |
English information about the Pact for MINT-Professions
Foto Studentin mit Windraedern

Startseite > MINT-News > Partner-News > Jugend denkt Zukunft: Mädchen denken...

Jugend denkt Zukunft: Mädchen denken in die (MINT-)Zukunft - mit dem Mercedes Benz Werk Bremen

19.12.2011

Wie lassen sich mehr Mädchen für MINT-Berufe begeistern? Welche Erwartungen haben sie an eine Ausbildung im technischen Bereich? Und wie kann Schule stärker zu einer Begeisterung in MINT-Fächern beitragen? Solche und andere Fragen stellte sich eine Gruppe von Schülerinnen der Freien Evangelischen Bekenntnisschule Bremen beim Innovationsspiel Jugend denkt Zukunft vom 5. bis 9. Dezember 2011 beim Mercedes-Benz Werk Bremen.

Das Mercedes-Benz Werk Bremen hatte sich dabei bewusst für eine reine Mädchengruppe entschieden, weil es seinen weiblichen MINT-Nachwuchs gezielt und stärker fördern möchte. Um das eigene Ausbildungsmarketing und die Ausbildung selbst noch besser auf diese Zielgruppe ausrichten zu können, tat das Werk mit Jugend denkt Zukunft das Naheliegende: Es befragte die Zielgruppe selbst. Und so entwickelten die Bremer Schülerinnen in Kooperation mit weiblichen Auszubildenden des Automobilherstellers im kreativen Lernformat von Jugend denkt Zukunft konkrete Konzepte zum Thema: Wie kann das Mercedes-Benz Werk Bremen Mädchen für MINT-Berufe begeistern?

Zu den Ideen gehörte etwa ein Online-Spiel, in dem man virtuell Geld verdienen und gleichzeitig seine Berufslaufbahn verfolgen kann. Die Spielteilnehmerinnen können dabei eine Familie gründen und in der virtuellen Welt die Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Beruf und Familie testen. Auf viel Zuspruch beim Unternehmen stieß bei der abschließenden Ergebnispräsentation auch die Idee, mädchen- und frauenspezifische Informationsangebote für die Website zu erstellen: Hier informieren Mercedes Benz Werk-Mitarbeiterinnen über ihre Tätigkeiten und Berufswege. Interessierte Mädchen wiederum können sich mit den Mitarbeiterinnen in Chats austauschen und berufliche Tipps erhalten. Wer lieber mit einem ganz "realen" Praktikum ins Berufsleben starten möchte, für den entwickelten die Schülerinnen ein ganz auf Mädchen zugeschnittenes Praktikum: Hier stehen ihnen Mercedes Benz Werk-Mitarbeiterinnen als "role models" und Mentorinnen zur Seite, werden Handwerkstechniken an Objekten erprobt, die für Mädchen attraktiv und nützlich sind - und all das mit und in für Mädchen ansprechender Arbeitskleidung. Schließlich sollten Schulen nach Ansicht der Mädchen bereits früher als bisher Interesse für den MINT-Bereich wecken: Entsprechende Fächer werden im Rahmen von Wahlpflichtfächern und AGs ab der 5. Jahrgangsstufe mit Schwerpunkt auf Experimenten und praktischer Erfahrung angeboten. Dabei sollten nach Ansicht der Mädchen durchaus auch geschlechtsspezifische Interessen berücksichtigt werden: So wünschten sie sich zum Beispiel, in einer Chemie-AG selbst Nagellack herstellen zu können.

Für die Ideenentwicklung waren für die Schülerinnen nicht nur Zukunftswerkstatt und Planspiel im Rahmen von Jugend denkt Zukunft wichtig. Wertvoll war für sie ferner, vielfältige Einblicke hinter die Kulissen des Werks zu erhalten, sich mit Megatrends und ihrer Bedeutung für das Unternehmen zu beschäftigen und sich immer wieder direkt mit Vertreterinnen und Vertretern des Werks austauschen zu können.

In einem waren sich die beteiligten Mädchen bei Jugend denkt Zukunft einig: Ob in Schule oder Unternehmen - MINT kann für sie sehr spannend sein - wenn denn ihre Ideen stärkere Berücksichtigung fänden. Und Herr Oentrich, Leiter Berufsausbildung im Mercedes-Benz Werk Bremen, zog für sich den Schluss: „Wir haben eine sehr kreative Woche mit den Schülerinnen erlebt und sind begeistert von den zahlreichen Ideen. Daraus werden wir einige umsetzen, um über diese neuen Wege noch mehr junge Frauen für eine technische Ausbildung oder ein Duales Studium im Werk Bremen zu begeistern.“

Jugend denkt Zukunft ist ein bundesweites Schule-Wirtschaftsprojekt der IFOK GmbH. Das Kernstück bildet ein fünftägiges Innovationsspiel, bei dem Jugendliche praxisorientiert am Lernort Unternehmen Ideen für zukunftsfähige Produkte und Dienstleistungen entwickeln. Dabei simulieren die Jugendlichen einen exemplarischen Innovationsprozess - sie lernen so Wirtschaft praxisnah, anschaulich und aus einer neuen Perspektive kennen. Dabei werden sie nicht nur auf innovative Weise in ihrer Berufswahlkompetenz gefördert, sondern auch in ihrer Ausbildungsreife gestärkt und vertraut gemacht mit Kommunikations- und Präsentationstechniken. Gleichzeitig haben die beteiligten Unternehmen die Gelegenheit, sich im Rahmen ihrer Nachwuchskräftesicherung als interessante Arbeitgeber zu präsentieren und frühzeitig mit möglichen zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen.