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„Komm, mach MINT.“: Überdurchschnittlicher Anstieg von Studienanfängerinnen in den MINT-Fächern (vom 07.11.2013)

Jede vierte Studienanfängerin entscheidet sich 2012 für ein technisch-naturwissenschaftliches Studienfach. Die zahlreichen und guten Aktivitäten mit dem Ziel, mehr Frauen für MINT (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu gewinnen, führen in den letzten Jahren zu deutlich schneller ansteigenden Studienanfängerinnenzahlen. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes und Berechnungen der Geschäftsstelle Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.“ steigt der Anteil an Studienanfängerinnen in den Ingenieurwissenschaften von 21 % (2011) auf 23 % (2012), so viel wie nie zuvor.

Ein Blick auf die absoluten Zahlen zeigt den überdurchschnittlichen Anstieg der MINT-Studienanfängerinnenzahlen. Allein in den vier Jahren von 2008 bis 2012 ist die Zahl der Studienanfängerinnen in den MINT-Fächern fast anderthalbmal so stark gestiegen wie in den 13 Jahren zuvor seit dem Tiefpunkt 1995. In den Ingenieurwissenschaften stieg sie um 14.500 auf insgesamt 35.500 Studienanfängerinnen in 2012, in den Naturwissenschaften  und der Informatik um fast 22.000 auf 58.000. Von 1995 bis 2008 hingegen stiegen die Zahlen deutlich schwächer: in den Ingenieurwissenschaften um 9.500 Studienanfängerinnen und in Naturwissenschaft und Informatik um 15.500.

Grafik über Entwicklung der Studienanfängerinnen Zahlen in den Ingenieurwissenschaften

Grafik: Entwicklung der Studienanfängerinnen Zahlen in den Ingenieurwissenschaften

Dieser Positivtrend zeigt sich nahezu in allen Fachbereichen. In der Elektrotechnik, einem Fach mit traditionell geringem Frauenanteil, verdoppelte sich die Zahl der Studienanfängerinnen seit 2008 nahezu (2008: 1.787; 2012: 3.252) und weist mit einem Anteil von 12,3 % seinen bisherigen Höchstwert auf. Auch in der Informatik stieg die Zahl der Studienanfängerinnen seit 2008 um fast das Doppelte (2008: 6 432 ; 2012: 12.048), ihr Anteil beträgt 2012 22 %, und ist damit so hoch wie nie zuvor.

Auch die Absolventinnenzahlen erreichen in 2012 erneut Maximalwerte. 2012 gibt es bei den Absolventinnen der Ingenieurwissenschaften einen Zuwachs von 12 % (+1.837) im Vergleich zum Vorjahr, das sind mit 17.500 Absolventinnen anderthalbmal so viel wie in 2008.  In den  Naturwissenschaften steigen die Absolventinnenzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 % (+1.282) und erreichen mit 28.500 erneut Höchstwerte.

Um den überdurchschnittlichen Anstieg fortzusetzen, entstehen im Netzwerk von „Komm, mach MINT.“ Strukturen, die eine Ausweitung erfolgreicher, interessen- und bedarfsgerechter Ansätze fördern. Ziel ist, die jungen Frauen für ein Studium im naturwissenschaftlich-technischen Bereich zu motivieren und in Unternehmen und Hochschulen MINT-Karrierewege zu befördern, die mit vielfältigen Lebensentwürfen vereinbar sind.

Ein Beispiel für einen gelungen Best-Practice Transfer ist das Niedersachsen-Technikum, welches jungen Frauen direkt nach dem Abitur oder Fachabitur die Verbindung eines Praktikums im technischen Bereich mit ersten Einblicken in das ingenieur- oder naturwissenschaftliche Studium ermöglicht. 92 % der bisherigen Absolventinnen des Technikums entschieden sich für ein Studium oder eine Berufsausbildung im MINT-Bereich. Seit dem Jahr 2012 hat es sich innerhalb Niedersachsen auf 12 Hochschulen und 69 Unternehmen ausgeweitet und wird vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium unterstützt. Berlin ist dem Beispiel bereits gefolgt und startet dieses Jahr ebenfalls ein erstes Technisches Jahr.

Ein deutliches Zeichen für mehr Frauen in MINT setzt der Freistaat Bayern: Sein Wissenschaftsministerium unterstützt Hochschulen zur Förderung von Frauen im MINT-Bereich. Mit dieser Fördermaßnahme bekennt sich Bayern zu seiner Selbstverpflichtung aus dem Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen – „Komm, mach MINT. Bereits elf bayerische Hochschulen haben sich erfolgreich um Mittel zur Förderung von Frauen im MINT-Bereich beworben, um den Anteil der Frauen unter den Studierenden in den MINT-Fächern zu erhöhen, ihren Studienerfolg zu sichern und vielversprechende Berufsperspektiven in den naturwissenschaftlich-technischen Berufen aufzuzeigen. Etliche Hochschulen kooperieren in diesem Bereich inzwischen sehr erfolgreich mit der Wirtschaft.

„Die Dynamik ist deutlich erkennbar“ sagt Ulrike Struwe, Leiterin der „Komm, mach MINT.“-Geschäftsstelle. „Das Potential gut qualifizierter Frauen in Naturwissenschaft und Technik wird immer größer, das ist eine kontinuierliche Entwicklung in den letzten Jahren. Jetzt ist es an der Zeit, die Strukturen in Hochschulen und Unternehmen so zu gestalten, dass MINT für Frauen mehr und mehr zur Karriereoption wird.

Detaillierte Daten und Fakten mit Kommentierungen, bundesweit und auf Länderebene, finden Sie nach dem Relaunch von www.komm-mach-mint.de unter www.komm-mach-mint.de/Service/Daten-Fakten

Ansprechpartnerin für die Presse bei „Komm, mach MINT.“

Christina Haaf | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Geschäftsstelle Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen
Wilhelm-Bertelsmann-Straße 10 | 33602 Bielefeld
Tel.: +49 521 329821-62 Mail | haaf@komm-mach-mint.de
www.komm-mach-mint.de

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