Navigation und Suche "Komm mach mint"


Standortanzeiger

Sie sind hier: Startseite > Presse > Themenspecial > Themenspecial: Frauen in der Informatik

Hauptinhalt

Themenspecial

Themenspecial: Frauen in der Informatik

Ohne Informatik geht heute nichts mehr – entsprechend hervorragend sind die Berufsaussichten in allen Informatik-Fachgebieten und angrenzenden Bereichen. Und mit der rasant wachsenden Bedeutung der Informatik ist auch die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger gewachsen – allein in den sechs Jahren von 2008 bis 2014 von 34.511 (2008) auf 64.366 (2014).

Keine Frage: Die Informatik hat in den letzten Jahrzehnten eine unglaubliche Bedeutung erlangt. Sie ist Schlüsseltechnologie für fast alle Bereiche und hat zu vielfältigen neuen Entwicklungen und Veränderungen in der Arbeitswelt geführt. Was aber ist das Besondere an der Informatik, das ihre Einsatzmöglichkeiten und Anwendungsfelder nahezu unbegrenzt macht?  In diesem Themenspecial wollen wir u.a. dieser Frage nachgehen.

Der Frauenanteil im Studienbereich Informatik ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Gleiches gilt, wenn auch auf niedrigerem Niveau, für den Studiengang Elektrotechnik. Ein Blick in die Statistik gibt Aufschluss darüber, wie sich der Frauenanteil entwickelt hat, und in welchen Studienrichtungen der Informatik Frauen besonders häufig anzutreffen sind.

Fehlende Vorbilder sind ein Grund, warum junge Frauen bestimmte Berufe nicht in die engere Wahl ihres Wunschberufes aufnehmen. Informatikberufe gehören leider oftmals dazu, denn für diejenigen, die weder Frauen kennen, die im Bereich Informatik tätig sind, noch je gesehen oder gehört haben, dass auch Frauen gerne und erfolgreich in der Informatik tätig sind, ist – selbst bei großem Interesse am Fach – die Hürde einen solchen Beruf zu wählen ungleich größer, als für junge Männer, die beständig auf männliche Vorbilder in der Informatik treffen. Wie es gelingt, weibliche Vorbilder in Projekte und Maßnahmen für mehr Frauen in der Informatik einzubinden, wird unter dem Punkt Role Models erläutert.

Die sich anschließenden praxisnahen Tipps für Schülerinnen und Studentinnen für einen erfolgreichen Studien- und Berufseinstieg zeigen auf, wo für Schülerinnen die Möglichkeit besteht, Informatik im Rahmen von Workshops oder Schnupperangeboten auszuprobieren und wie Studentinnen der Einstieg in den Beruf optimal gelingt. Eine Linkliste mit Netzwerken aus den Bereichen Beruf, Unternehmen und Hochschule gibt weiterführende Hinweise. Studien und Leitfäden liefern Hintergrundwissen, Tipps und Handlungsempfehlungen, wie technisch-naturwissenschaftliche Ausbildungen und Karrieren für junge Frauen attraktiver werden.

1. Informatik - was ist das eigentlich?

2. Ausbildungsberufe und Studiengänge in der Informatik

3. Daten und Fakten: Studienanfängerinnen | -absolventinnen | Auszubildende

4. Role Models: Informatik-Frauen mit Vorbild-Funktion - hinter den Zahlen Gesichter

5. Informatik in der Berufsorientierung an Schulen

6. Tipp für Schülerinnen: Informatik ausprobieren

7. Tipp für Studentinnen: Frühzeitig in Kontakt zu Firmen treten

8. Netzwerke Beruf / Unternehmen / Hochschule

9. Studien und Leitfäden für Unternehmen / Studierende

1. Informatik - was ist das eigentlich?

Längst ist die Informatik zu einer Querschnittsdisziplin geworden, die in fast allen Gebieten zum Einsatz kommt. In der Freizeit, am Arbeitsplatz, in Wissenschaft und Forschung – überall begleitet uns Informatik und prägt unser Leben. Möglich ist das, weil mit Informatik Daten jeglicher Art digital verarbeitet und nutzbar gemacht werden können. Ob Zahlen, Zeichen, Sprache, Musik oder Bilder – mit Hilfe der Informatik lassen sich riesige Mengen an Informationen speichern, strukturieren und so aufbereiten, dass sie – wie im Internet – weltweit abrufbar sind. Und als sogenannte eingebettete Systeme führen Computersysteme Berechnungen durch, vermitteln Informationen, kontrollieren, koordinieren und steuern. Eingebettete Systeme sind von außen nicht sichtbar, sondern in andere Systeme eingebunden. Mit Hilfe von Sensoren erfassen sie Informationen, werten sie aus und setzen sie in Signale für Steuergeräte um. Sie sind untereinander vernetzt und gleichzeitig über komplexe Schnittstellen mit Menschen verbunden.

Auch virtuelle Experimente gehören dank der Informatik längst zum Alltag. Was real nicht möglich wäre, kann mit Hilfe von Informatik erprobt werden: Landungen auf fremden Planeten, Schnitte durch menschliche Körper, um Operationen besser vorzubereiten oder Krankheiten früher erkennen zu können. Umwelteinflüsse, Erdbeben oder Hurrikans können in Modellrechnungen simuliert und ihre möglichen Auswirkungen vorhergesagt werden. Mit der Computervisualisierung werden diese virtuellen Experimente sichtbar und gleichzeitig nachvollziehbar.

Bereits 2005 hat die GI – Gesellschaft für Informatik das Positionspapier "Was ist Informatik" herausgebracht, das einen guten Einblick in das Thema gibt: www.gi.de/themen/was-ist-informatik.html

Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran. Und mit ihr vielfältige Möglichkeiten, um Arbeit zu erleichtern und neue und bessere Produkte zu entwickeln. Mit den Schlagwörtern Industrie 4.0 und Arbeit 4.0 werden diese aktuellen Entwicklungen beschrieben.

Mehr dazu unter:

www.bmbf.de/de/zukunftsprojekt-industrie-4-0-848.htm

www.arbeitenviernull.de/

www.bmas.de/Publikationen/A872-gruenbuch-arbeiten-vier-null.html

2. Ausbildungsberufe und Studiengänge in der Informatik

Informatikberufe unterscheiden sich erst einmal durch den einzuschlagenden Bildungsweg. Eine Vielzahl von Studiengängen führt am Ende in einen Informatikberuf, doch auch in mehr und mehr Ausbildungsberufen wird der Anteil der informations- und kommunikationstechnischen Aspekte immer höher. Klassische Ausbildungsberufe in der IT-Branche sind:

  • Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung,
  • Fachinformatiker/in Systemintegration,
  • IT-Systemelektroniker/in,
  • IT-Systemkauffrau/-mann,
  • Informatikkauffrau/-mann.

Zu diesen Berufen gibt es umfangreiche Beschreibungen, beispielsweise auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit https://berufenet.arbeitsagentur.de oder unter www.it-berufe.de.

Zudem gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Ausbildungsberufen, die zu den IT-Berufen gezählt werden können – je nachdem, wie weit der Begriff gefasst wird. Im berufenet der Bundesagentur für Arbeit lassen sich Ausbildungsberufe mit einem hohen Informatikanteil u.a. mit den Suchbegriffen „Elektro“ oder „IT“ bzw. „Computer“ und einem Klick auf „Duale Ausbildungen“ in der erweiterten Suche finden. Eine Suche nach Berufsfeldern soll ab Mitte 2016 wieder möglich sein. https://berufenet.arbeitsagentur.de

Viele junge Menschen gelangen über ein Studium in einen Informatikberuf. Über Studienportale wie beispielsweise www.studienwahl.de oder www.hochschulkompass.de lassen sich eine Vielzahl von Informatikstudiengängen finden. Neben den klassischen Studiengängen sind darunter zahlreiche Bindestrich-Studiengänge zu finden, wie beispielsweise Medizininformatik, Geoinformatik, Medieninformatik, Bioinformatik oder Wirtschaftsinformatik. In diesen Studiengängen lassen sich verschiedene Interessen verknüpfen.

3. Daten & Fakten: Studienanfängerinnen | -absolventinnen | Auszubildende

Studienanfängerinnen

Das wachsende Interesse von Frauen an der Informatik zeigt sich besonders an den steigenden Zahlen der Studienanfängerinnen. Entschieden sich 1995 gerade einmal 1.778 Studienanfängerinnen für ein Studium der Informatik, so waren es 2006 bereits 4.934 Frauen. Diese Zahl hat sich bis 2014 noch einmal mehr als verdreifacht: 15.221 Studienanfängerinnen schrieben sich im Studienjahr 2014 (Sommersemester 2014 und Wintersemester 2014/2015) an Universitäten und Fachhochschulen für den Studiengang Informatik ein. Damit hat sich die Zahl der Studienanfängerinnen im 1. Fachsemester seit 1995 insgesamt mehr als versiebenfacht. 23,6 Prozent aller Studienanfängerinnen im Studienjahr 2014 sind weiblich.

Studienanfängerinnen und Studienanfänger in der Fächergruppe Mathematik und Naturwissenschaften 2014 (PDF | 1,09 MB)

Ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt, dass Frauen überdurchschnittlich häufig die interdisziplinär ausgerichteten Studiengänge wie Bioinformatik, Medieninformatik und Medizinische Informatik wählen. So waren im Wintersemester 2014/2015 von den 653 an Universitäten und Fachhochschulen eingeschriebenen Studierenden im ersten Fachsemester der Bioinformatik 254 weiblich, was einem prozentualen Anteil von fast 40 Prozent entspricht. In der Medieninformatik (4.528 Studierende im ersten Fachsemester insgesamt) lag der Frauenanteil bei 33 Prozent (1.497) und in der Medizinischen Informatik waren von den 686 Studierenden im ersten Fachsemester 296 weiblich, was 43 Prozent entspricht. Auch der Studienbereich Computer- und Kommunikationstechniken kann mit 35 Prozent einen beachtlichen Frauenanteil vorweisen.

Die Informatik wird also weiblicher – für viele Frauen, neben der Interdisziplinarität, die in die Studiengänge Einzug gehalten hat – ein wichtiger Grund, der die Entscheidung für das Studium erleichtert.

Absolventinnen

Im Prüfungsjahr 2014 (Wintersemester 2013/14 und Sommersemester 2014) schließen im Studienbereich Informatik insgesamt 22.721 Studierende ihr Studium ab. Seit 1995 (6.610) steigt die Anzahl der Absolventinnen und Absolventen – mit einem Tief im Jahr 2000 (5.806) – bis 2014 (22.721) damit auf ihren bisher höchsten Wert. Die Zahl der Absolventinnen nahmen im gleichen Zeitraum um 257 Prozent zu (1995: 1.069; 2014: 3.813) und hat sich damit mehr als verdreifacht. Da auch die Zahl der Absolventen in diesem Zeitraum stark angestiegen ist, bleibt der Anteil der Frauen an den Absolventinnen und Absolventen jedoch nach wie vor unter der 20-Prozentmarke und beläuft sich auf 16,8 Prozent im Studienjahr 2014.

Absolventinnen und Absolventen in der Fächergruppe Mathematik und Naturwissenschaften 2014 (PDF | 1,13 MB)

Ausbildung in IT-Berufen

Wie die aktuellen Zahlen belegen, konnte im Bereich der Informatik-Studiengänge in den letzten Jahren der Anteil von Frauen an den Studierenden deutlich erhöht werden. Für die IT-Ausbildungsberufe gilt dies leider nicht in dem Maße: Hier stagniert der Anteil weiblicher Azubis an den IT-Ausbildungsberufen bei 7 Prozent.  Zwar ist dies eine leichte Steigerung zu 2012, dennoch machen die Zahlen deutlich, dass noch deutlich mehr getan werden muss, um junge Frauen für eine IT-Ausbildung zu gewinnen. Wichtig ist eine gezielte Information über die Inhalte der Berufe. Gerade Schülerinnen stellen sich unter IT-Berufen Berufe vor, in denen es ausschließlich um Programmierung geht. Dass diese Berufe auch viel Kreativität, Kommunikation und Teamarbeit beinhalten, ist zumeist nicht bekannt. Entsprechend wichtig ist ein möglichst praxisnaher Einblick bereits in der Schule. Zahlreiche Initiativen wie beispielsweise der Girls’Day oder die Initiative „erlebe IT“ der BITKOM bieten hier Unterstützung.

Frauenanteil unter den IT-Beschäftigten

Der Frauenanteil unter den IT-Beschäftigten ist mit 16 Prozent nach wie vor gering (Stand 2015).  Entscheidend ist, dass sich die Zahl der weiblichen Auszubildenden und der weiblichen Studienanfängerinnen in den entsprechenden Berufen und Studiengängen weiter erhöht. Das wird positive Auswirkungen auf den Frauenanteil unter den IT-Beschäftigten haben.

Weitere Links und Datenmaterial

Industrie 4.0. – Frauen im Management

Das "Kompetenzzentrum Frauen im Management" (Kompetenz-FiM) der Hochschule Osnabrück beleuchtet zusammen mit Bisnode Deutschland die Situation von Frauen im Management in den drei Top-Branchen von Industrie 4.0: der Elektrotechnik, der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) und dem Maschinenbau. Dabei zeigt sich deutlich: Frauen sind im Management von Industrie 4.0-Unternehmen unterrepräsentiert. www.bisnode.de/frauen-im-management-industrie-4-0

Initiative "erlebe IT" der BITKOM

Schulen bei der Information über mögliche Berufsbilder zu unterstützen, ist Ziel von „erlebe it“. Sogenannte IT-Scouts kommen in die Schule und ergänzen mit interessanten Darstellungen über den eigenen Informatik-Beruf und Anwendungsbeispielen aus der Praxis  die Informationen der Fach- und Klassenlehrer. www.erlebe-it.de

Broschüre "IT-Gehaltsindex 2013/2014" - Berufe in der IT-Branche, Tätigkeitsbeschreibungen und Gehälter

Die Fachgruppe IT/DV des Fachbereichs 9 hat in Zusammenarbeit mit dem IKT-Projekt und der Initiative ICH BIN MEHR WERT die Broschüre IT-Gehaltsindex 2013/2014 überarbeitet und neu herausgebracht. Die Broschüre bietet einen Überblick über 221 Berufe der IT-Branche mit Tätigkeitsbeschreibungen und deren Gehälter. Auf verschiedene Wege können Nutzerinnen und Nutzer gehaltsbezogene Informationen über einen Beruf abfragen.

Zu bestellen ist die Broschüre – für ver.di-Mitglieder kostenfrei, für Nichtmitglieder für 8€ zzgl. Versand – unter www.ichbinmehrwert.de.

4. Role Models: Informatik-Frauen mit Vorbildfunktion – hinter den Zahlen Gesichter

Weibliche Role Models – Frauen, die Informatik studieren, einen IT-Ausbildungsberuf erlernen oder bereits als fertige Informatikerin tätig sind, bieten interessierten Schülerinnen wichtige Identifikationsmöglichkeiten. Sie zeigen ihnen nicht nur, wie der Berufsalltag in einem MINT-Beruf aussieht und beantworten Fragen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern sie machen zudem deutlich, dass Frauen gut und gerne in diesen Berufen arbeiten und  vielfältige Karrieremöglichkeiten haben.

Für alle Projekte, die die Erhöhung des Frauenanteils in der Informatik zum Ziel haben, ist es deshalb ein Muss, den Teilnehmerinnen das Zusammentreffen mit weiblichen Rollenvorbildern zu ermöglichen. Gleiches gilt für Informationsangebote auf Websites oder in Broschüren.

Broschüren, Websites und Podcasts – Vorbilder erzählen

Um Schülerinnen einen lebendigen Einblick in die Vielfalt der MINT-Berufe zu geben, hat „Komm, mach MINT.“ Interviews mit Studentinnen, Auszubildenden und berufstätigen Frauen geführt. Die Interviews machen vor allem eines deutlich: Informatik steckt fast überall drin und bietet – neben besten Berufsaussichten – spannende berufliche Perspektiven. Gerade für junge Frauen, die ihre breitgefächerten Interessen gerne kombinieren möchten, bieten sich hier interessante und oftmals ungeahnte Möglichkeiten.

Die Informatik-Broschüre "1:0 für Informatik" mit zahlreichen Portraits von Informatikerinnen kann kostenfrei bestellt oder heruntergeladen werden unter: http://material.kompetenzz.net/komm-mach-mint

Auch auf der Website von "Komm, mach MINT." sind Interviews mit Informatik-Fachfrauen zu finden. Einige von ihnen wurden filmisch bei der Arbeit begleitet:

www.komm-mach-mint.de/MINT-Du/MINT-Interviews

www.komm-mach-mint.de/MINT-Life/MINT-Podcast

Weibliche Role Models gesucht?

Sie möchten auf ihren kommenden Veranstaltungen weibliche Role Models einbinden, die von ihrer Arbeit als Informatikerin oder Technikerin erzählen? Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) vermittelt über das Projekt MINTalente über 450 Ingenieurinnen, Informatikerinnen, Naturwissenschaftlerinnen und Technikerinnen der MINT-Fachrichtungen, die ihre Erfahrungen gerne weitergeben. www.mintalente.de

Die IHKs haben in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg Initiativen unter dem Namen "Ausbildungsplatzbotschafter/innen" gestartet, in denen Auszubildende in Schulen, auf Messen oder Veranstaltungen über ihre Berufe und Karrierechancen berichten. Durch ihr Alter sprechen sie mit den Jugendlichen auf Augenhöhe und bieten vielfältige Identifikationsmöglichkeiten.

Projekt Ausbildungsbotschafter/innen in NRW: https://ihk-nrw.de/node/500

Projekt Ausbildungsbotschafter/innen in Baden-Württemberg: www.bw.ihk.de/index.php?id=236

AcademiaNet, ein Projekt der Robert Bosch Stiftung und Spektrum der Wissenschaft, bietet die Möglichkeit, exzellente Wissenschaftlerinnen zu finden. www.academia-net.de

5. Informatik in der Berufsorientierung an Schulen 

Es steht außer Frage, dass die Berufsorientierung in der Schule einen großen Einfluss auf die anschließende Berufswahl von Schülerinnen und Schülern hat. Die interessanten und vielfältigen Möglichkeiten, die Informatikausbildungsberufe und -studiengänge bieten, werden jedoch selten im Rahmen der Berufsorientierung besprochen. Häufig liegt dies an fehlendem Lehrmaterial oder an Lehrmaterial, dass bereits bei den Lehrkräften so viel Fachwissen voraussetzt, dass es nur von naturwissenschaftlich-technisch versierten Lehrkräften eingesetzt werden kann.

Um Schülerinnen und Schülern einen ersten, spannenden Einblick in die Welt der Informatik zu geben, hat die Geschäftsstelle von "Komm, mach MINT." bereits 2013 die Broschüre "1:0 für Informatik – Facettenreiche Berufe in der Informatik" mit zahlreichen Portraits von Informatikerinnen herausgebracht. 2016 wurde diese Broschüre um eine Handreichung für Lehrkräfte erweitert. Damit erhalten auch fachfremde Lehrerinnen und Lehrer zahlreiche Unterrichtsideen und -anregungen, wie die Informatik-Broschüre im Unterricht zur Berufsorientierung eingesetzt werden kann.

Die Handreichung steht Lehrkräften zum kostenlosen Download unter material.kompetenzz.net/handreichung-fuer-lehrkraefte.de zur Verfügung. Dort kann auch die Broschüre für Schülerinnen und Schüler "1:0 für Informatik – Facettenreiche Berufe in der Informatik" kostenfrei und im Klassensatz bestellt werden.

6. Tipp für Schülerinnen: Informatik ausprobieren

Schülerinnen, die sich für Informatik interessieren, aber noch nicht genau wissen, ob ein solches Studium das Richtige für sie ist, können sich bei einer Vielzahl von Veranstaltungen, wie beispielsweise Tagen der offenen Tür, Schnupperstudiengängen oder Sommerhochschulen über das Studium und Arbeitsfelder im Bereich Informatik informieren. Auf www.komm-mach-mint.de kann in der Projektlandkarte nach konkreten Angeboten gesucht werden. Wer beispielsweise in der Suchmaske als MINT-Bereich "Informatik" ausgewählt und als Fach ebenfalls "Informatik", erhält fast 200 bundesweite Angebote.

BEISPIELE

Campus Thüringen Tour

Die Tour für Schülerinnen der Klasse 10 bis 13 fährt eine Woche lang alle Thüringer Hochschulen mit MINT-Studiengängen an. Vor Ort erhalten die Teilnehmerinnen in spannenden Vorlesungen und Workshops Einblicke in die technischen Studienrichtungen. Die Campus Thüringen Tour findet zweimal jährlich im Frühjahr und im Herbst statt. www.thüko.de

Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag

Am alljährlich im April stattfindenden Girls’Day haben Schülerinnen ab Klasse 5 einen Tag lang die Gelegenheit, in technische und naturwissenschaftliche Berufsfelder reinzuschnuppern. Informatik ist dabei natürlich ein großes Thema. Beispielsweise am Hasso-Plattner-Institut (HPI), wo die Schülerinnen Grundlagen des Programmierens kennenlernen (http://hpi.de/open-campus/schuelerakademie/girls-day.html). Alle Infos zum Girls’Day gibt es unter www.girls-day.de.

tasteMINT – Probieren vor dem Studieren

tasteMINT (www.tastemint.de) ist ein dreitägiges Potenzial-Assessment-Verfahren, dass es jungen Frauen ermöglicht, ihre Stärken für den MINT-Bereich auszuprobieren. Ein eigenständiges Informatik-Modul ist Teil von tasteMINT. Unterschiedliche Hochschulen bieten tasteMINT bundesweit an, beispielsweise die TU Ilmenau (www.thueko.de/tastemint) und die Universität Potsdam (www.uni-potsdam.de/brisant/tastemint/fuer-schuelerinnen.html).

SELF-ASSESSMENTS

Wer sich einen Überblick über die eigenen Stärken für die Informatik verschaffen will, kann ein sogenanntes Self-Assessment absolvieren. Viele Hochschulen bieten solche Assessments an – auch speziell für die Informatik. Zum Beispiel:

www.haw-navigator.de/im

www.rwth-aachen.de/go/id/yhi/

www.tu-chemnitz.de/informatik/saci_entw

www.osa.uni-freiburg.de/informatik

www.pms.ifi.lmu.de/eignungstest

www3.uni-bonn.de/studium/vor-dem-studium/orientierung-beratung/online-self-assessment

Eigens für die IT-Ausbildungsberufe wurde ebenfalls ein Interessenstest erstellt.

www.it-berufe.de/index.php?node=6

ORIENTIERUNGSSTUDIUM

Für alle, die direkt vor der Studienwahl stehen, sich aber noch unsicher sind, ob Informatik das Richtige ist, oder es vielleicht doch lieber eine andere MINT-Studienrichtung sein sollte, bietet es sich an, mit einem sogenannten Orientierungsstudium zu starten.  Diese zumeist zweisemestrigen Studiengänge bieten Einblick in verschiedene MINT-Bereiche. Erbrachte Leistungen werden im späteren Studium angerechnet. www.komm-mach-mint.de/MINT-Studium/Orientierungsstudium

FRAUENSTUDIENGÄNGE: SPANNENDE ALTERNATIVE

In den Frauenstudiengängen wird genau das Gleiche gelehrt wie in koedukativen Studiengängen, der Unterschied ist der, dass die Studentinnen in den ersten Semestern unter sich lernen.

Der Bitkom – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. hat eine Broschüre über MINT-Frauenstudiengänge in Deutschland herausgebracht, in der alle wichtigen Informationen zu den einzelnen Studiengängen aufgeführt sind. www.bitkom.org/Publikationen/2016/Sonstiges/MINT-Frauenstudiengaenge-in-Deutschland/160419-MINT-Frauenstudiengaenge-final.pdf

7. Tipp für Studentinnen: Frühzeitig Kontakte knüpfen

MINT-Studentinnen haben verschiedene Möglichkeiten, den für sie geeigneten Beruf zu finden. Praktika während und im Anschluss an das Studium, die Erstellung von Abschlussarbeiten in einem Unternehmen, Werkstudierendentätigkeiten oder die Teilnahme an Mentoringprogrammen bieten die Gelegenheit, Betriebe und Berufsfelder näher kennenzulernen. Einige Unternehmen bieten auch, zumeist in Kooperation mit den standortnahen Hochschulen, spezielle Studentinnen-Tage oder Werksführungen an. Ein Blick auf die Websites der Unternehmen lohnt sich!

In der Projektlandkarte auf www.komm-mach-mint.de können Studentinnen gezielt nach Mentoringangeboten, Betriebspraktika und Unterstützung beim Übergang Studium – Beruf suchen.

BEISPIELE

Ada-Lovelace-Projekt (ALP)

Das Ada-Lovelace-Projekt (ALP) ist ein rheinland-pfälzisches Mentoring-Netzwerk für Frauen in MINT mit den Projektschwerpunkten ALP-Studium, ALP-Ausbildung und ALP-Diversity. www.ada-lovelace.com

Femtec – Promoting Talents!

Zusammen mit ihren Partnern bildet die Femtec, angesiedelt an der TU Berlin, ein breites Netzwerk zur Förderung von Frauen in Naturwissenschaft und Technik. www.femtec.org

fiMINT – Frauen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik

fiMINT ist ein Programm zur Förderung von Wissenschaftlerinnen aller Qualifizierungsstufen. Es wird an der Technischen Universität Braunschweig, der Leibniz Universität Hannover und der Technischen Universität Clausthal angeboten. www.fimint.de

Informatica Feminale in Bremen und Baden-Württemberg

Die Informatica Feminale bietet als internationale Sommeruniversität jährlich kompakte Lehre zur Informatik. Das Angebot richtet sich an Studentinnen aller Hochschularten sowie an Weiterbildung interessierte Frauen und umfasst Fachinhalte der Informatik. www.informatica-feminale.de, www.informatica-feminale-baden-wuerttemberg.de

Jobbörse auf www.komm-mach-mint.de

Für MINT-Studentinnen und Absolventinnen bietet sich ein Blick in die MINT-Jobbörse (www.komm-mach-mint.de/MINT-Jobboerse) an, in der Jobs, Stellenangebote, Praktikums- und Traineestellen aus dem MINT-Bereich von den mehr als 100 Paktpartnern zu finden sind.

KARRIEREMESSEN FÜR WEIBLICHE NACHWUCHSKRÄFTE – WOMENPOWER UND WOMEN&WORK

Wer einen ganz allgemeinen Überblick über mögliche Jobperspektiven im MINT-Bereich erhalten möchte, ist sicherlich gut beraten, sich auf einer der zahlreichen Berufs- oder Karrieremessen umzuschauen. Hier präsentieren sich Unternehmen und Institutionen mit ihren Berufssparten und stehen für Gespräche zur Verfügung. Um die Zielgruppe weibliche MINT-Studentinnen und -Absolventinnen gezielt anzusprechen, haben sich in Deutschland mittlerweile zwei Veranstaltungen etabliert: der Fachkongress WoMenPower zur Hannover Messe (www.hannovermesse.de/de/womenpower) und die Karrieremesse women&work (www.womenandwork.de), die alljährlich in Bonn stattfindet.

Diese Veranstaltungen bieten weiblichen Nachwuchskräften die Möglichkeit, mit  Unternehmensvertreterinnen und -vertretern ins Gespräch zu kommen und  sich über Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten und individuelle Karrierewege  auszutauschen. Daneben bieten sowohl die WoMenPower wie auch die women&work ein attraktives Rahmenprogramm, das von Coaching über Workshopangebote bis hin zu Karriere-Talks reicht. Auf der women&work richtet "Komm, mach MINT." zudem einen Women-MINT-Slam aus, bei dem MINT-Frauen aus unterschiedlichen Unternehmen auf unterhaltsame Art von ihren Karrierewegen berichten.

8. Netzwerke Beruf / Unternehmen / Hochschule

Berufs- und Karrierenetzwerke Informatik

Ausschuss Elektroingenieurinnen im VDE

Der Ausschuss bietet Ansprechpartnerinnen und nützliche Informationen zum Studium, zu Berufs- und Karrierechancen sowie zum Wiedereinstieg in den Ingenieurberuf. Interessierte und engagierte Ingenieurinnen finden hier den geeigneten Rahmen und die Plattform für Initiativen und Aktivitäten, sei es regional oder überregional.

www.vde.com/VDE/Ausschuesse

dib – deutscher ingenieurinnen bund e.V.

Die im dib e.V. organisierten Ingenieurinnen und Ingenieurstudentinnen setzen sich für die Erhöhung des Frauenanteils in technischen Bereichen, und zwar auf allen hierarchischen Ebenen, ein. Kritisch hinterfragt werden Arbeitsinhalte, -methoden und -zielsetzungen, z. B. im Hinblick auf die Folgeabschätzung technischer Entwicklungen. Ein wesentliches Ziel ist zudem die Abschaffung der strukturellen Ungleichheiten, denen Frauen unterworfen sind.

www.dibev.de

Fachgruppe Frauen und Informatik der Gesellschaft für Informatik (GI)

Die Fachgruppe setzt sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an der Technikentwicklung und -anwendung sowie für eine Erhöhung des Frauenanteils in der Informatik ein. Über ein Expertinnennetzwerk wird die Vermittlung von Referentinnen und Ansprechpartnerinnen zu Themen aus Wissenschaft und Praxis angeboten. Regionale Arbeitskreise ermöglichen Kontakt und bieten Diskussionsforen.

www.frauen-informatik.gi-ev.de

fib – Frauen im Ingenieurberuf (VDI)

Ziel des fib ist es, die Belange der Ingenieurinnen in der Öffentlichkeit und im Berufsleben stärker zu vertreten und den Ingenieurberuf für Frauen attraktiver zu machen. Die Website biete zahlreiche Informationen zu Beruf und Karriere, nationalen und internationalen Aktivitäten und vieles mehr.

www.vdi.de

Forum InformatikerInnen für Frieden und Verantwortung e.V.

Das Forum InformatikerInnen für Frieden und Verantwortung e.V. setzt sich dafür ein, dass Informatik im Dienst einer lebenswerten Welt steht und bietet eine kritische Auseinandersetzung mit informationstechnisch Machbarem.

www.fiff.de

Systers

Die Systers sind das älteste internationale Informatikerinnen-Netzwerk. Es wurde als Mailingliste 1987 gegründet. Das Forum hat mehr als 5.500 Mitfrauen in mehr als 60 Ländern weltweit.

www.systers.org

Webgrrls.de

webgrrls.de e. V. ist das bundesweite Business-Netzwerk von und für Frauen in den neuen Medien. Unter dem Motto „First give, then take“ bietet das Netzwerk weiblichen Fach- und Führungskräften eine Plattform zur Zusammenarbeit, zum Erfahrungsaustausch und zur gegenseitigen Unterstützung.

www.webgrrls.de

9. Studien und Leitfäden für Unternehmen / Studierende

VDE MINT Report

Wie gewinnen wir noch mehr junge Frauen für den Ingenieursberuf? Welche Weichen müssen in der Übergangsphase vom Studium zum Beruf gestellt werden, damit noch mehr junge Absolventinnen einen naturwissenschaftlich-technischen Beruf in der Industrie wählen? Der Report ist im Rahmen des dreijährigen VDE-Projekts "MINT Studentinnen" entstanden. Der Innovationsbericht liefert mit dem Leitfaden "Frauen gewinnen! MINT Best Practice für Unternehmen und Studentinnen" auch wichtige Ansatzpunkte für andere Technikbranchen.

www.vde.com/de/mint/studentinnen/studies/vde-mint-report.pdf

Gesucht: Weiblich, motiviert, technikbegeistert

Mit der Broschüre "Gesucht: Weiblich, motiviert, technikbegeistert" veröffentlicht das NRW-Emanzipationsministerium einen Leitfaden, der auf Basis eines Projekts des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit entstanden ist und sich an Studentinnen in technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen sowie Hochschulen und Unternehmen richtet. Welche Erwartungen haben die einzelnen Gruppen aneinander und in welchen Punkten werden diese Erwartungen möglicherweise enttäuscht? Auf der Basis von Interviews bietet die Publikation praktische Tipps und Handlungsempfehlungen, die das Aufeinanderzugehen und Voneinanderlernen erleichtern.

Die Broschüre wird auf den Internetseiten des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) des Landes Nordrhein-Westfalen zum Bestellen und Herunterladen zur Verfügung gestellt:

https://broschueren.nordrheinwestfalendirekt.de/broschuerenservice/mgepa/gesucht-weiblich-motiviert-technikbegeistert/1046

Studien zu Frauen im (IT-)Management

Bisnode Deutschland und das "Kompetenzzentrum Frauen im Management" (Kompetenz-FiM) der Hochschule Osnabrück betrachten in regelmäßigen Abständen unterschiedliche Wirtschaftszweige und ihre weiblichen Topkräfte. Aktuell ist die Studie „Frauen im Management in Industrie 4.0“ herausgebracht worden.

Die Studien können hier heruntergeladen werden: www.hs-osnabrueck.de/de/kompetenzzentrum-frauen-im-management/#c203554

nach oben

Zusatzangebote und Servicemenü