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Pressemitteilungen

MINT-Studiengänge: Zahl der Erstsemester und Absolventinnen/Absolventen zeigt positive Entwicklung (vom 17.10.2018)

Der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen "Komm, mach MINT." hat es sich zum Ziel gesetzt, die Attraktivität der MINT-Studiengänge zu steigern und insbesondere die  Zahl der MINT-Studentinnen und -Absolventinnen zu erhöhen. Ein Blick auf die Zahlen seit dem Gründungsjahr des Pakts in 2008 zeigt die positive Entwicklung, die bislang erzielt wurde, macht aber auch deutlich, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht.

Im Studienjahr 2017 haben sich insgesamt 878.163 Studienanfängerinnen und Studienanfänger für ein Studium im 1. Fachsemester in Deutschland eingeschrieben – 10.691 mehr als 2016 und 335.927 mehr als noch 2008. Damit setzt sich der Trend der hohen Studierneigung weiter fort. Der Frauenanteil an den Erstsemestern über alle Fächergruppen hinweg ist mit mittlerweile 49,5 % annähernd paritätisch zu dem der Männer. Auch in den MINT-Studiengängen – das sind die Studiengänge, die in den zwei großen Fächergruppen Ingenieurwissenschaften und Mathematik/Naturwissenschaften angesiedelt sind – hat sich die Zahl der Studierenden im 1. Fachsemester seit dem Studienjahr 2008 deutlich erhöht: Von 195.278 in 2008 auf 351.367 in 2017. Damit starten im Studienjahr 2017 40 % aller Studienanfängerinnen und -anfänger ihr Studium in einem MINT-Fach. Im Studienjahr 2008 waren es noch 36 %.

Werden die Zahlen von Frauen und Männern getrennt betrachtet, so fällt auf, dass sich die Zahl der weiblichen Studienanfängerinnen über alle MINT-Fächer hinweg fast verdoppelt hat (+93 %): Von 59.599 (2008) auf 115.134 (2017). Die Zahl der männlichen Studienanfänger stieg im gleichen Zeitraum um 74 %. Auch in den Studiengängen der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften zeigt sich ein positiver Trend: Der prozentuale Anteil der Studienanfängerinnen an der Gesamtzahl der Studierenden im 1. Fachsemester liegt 2017 erstmalig über 25 %*. Im Studienjahr 2008 waren es noch 22 %.

Diagramm Studienanfängerinnen Ingenieurwissenschaften bis 2017

Besonders die Studiengänge Informatik und Elektrotechnik/Informationstechnik können zwischen 2008 und 2017 eine beachtliche Steigerung aufweisen, was die Anzahl und den Anteil der Studienanfängerinnen im 1. Fachsemester betrifft:

Infografik zu Frauen in MINT 2017

Die Zahl der weiblichen Erstsemester stieg in diesem Zeitraum um +155 % in Elektrotechnik/Informationstechnik (2008: 1.787; 2017:4.560) auf über 16 % und in der Informatik um +183 % (2008: 6.432; 2017:18.182) auf fast 25 %. Auch im Bauingenieurwesen und im Studiengang Maschinenbau/Verfahrenstechnik hat sich der Anteil und die Anzahl von Frauen im 1. Fachsemester deutlich erhöht und liegt bei  knapp unter 30 %  (5.626) im Bauingenieurwesen. In Maschinenbau/Verfahrenstechnik liegt er mit über 22 %  (12.406) so hoch wie nie zuvor.

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung seit 2008 fällt beim Vergleich der Zahlen aus den Studienjahren 2016 und 2017 auf, dass sich der über die Jahre zu verzeichnende positive Trend in dieser Periode teilweise etwas abgeschwächt hat. Im Bauingenieurwesen beispielsweise beginnen -0,1 % (-8) weniger Frauen ein Studium. In der Informatik steigt zwar die Zahl der weiblichen Studienanfängerinnen 2017 im Vergleich zu 2016 mit +0,3 % leicht an, durch den höheren Zuwachs bei den Männern sinkt ihr prozentualer Anteil aber von 25,1 % auf 24,8 %. Dies macht deutlich, wie wichtig es ist, eine stärkere MINT-Orientierung entlang der gesamten Bildungskette durch Projekte und Maßnahmen gezielt weiter zu verfolgen und dadurch mehr Schulabgängerinnen und -abgänger für ein MINT-Studium zu gewinnen. Die Vernetzung der Akteurinnen und Akteure aus Schule, Hochschule, Politik, Medien, Verbänden und Unternehmen unter dem Dach von „Komm, mach MINT.“ ist dafür eine wichtige Voraussetzung.

Anstieg der Absolventinnenzahlen führt zu mehr weiblichen MINT-Fachkräften

Aufgrund der insgesamt positiven Entwicklung der MINT-Erstsemesterzahlen in den letzten Jahren ist auch die Zahl der Absolventinnen und Absolventen im MINT-Bereich deutlich gestiegen, und zwar von 102.373 (Prüfungsjahr 2008) auf 184.779 (Prüfungsjahr 2017). In der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften hat sich die Zahl der Absolventinnen von 11.004 in 2008 auf 29.964 in 2017 erhöht und liegt damit bei 23,1 %**. Den höchsten Anstieg (+8,4 Prozentpunkte seit 2008) kann der Anteil an Absolventinnen im Bauingenieurwesen verzeichnen: Er beträgt im Prüfungsjahr 2017 31 %. Auch die Studiengänge Elektrotechnik/Informationstechnik und Informatik haben diesbezüglich deutlich aufgeholt. In beiden Bereichen zeigt sich seit 2008 ein deutlicher Anstieg: In Elektrotechnik/Informationstechnik von 889 in 2008 auf 1.711 im Prüfungsjahr 2017 und in der Informatik von 3.799 in 2008 auf 5.141 in 2017. Der Anteil der Absolventinnen, die ein Studium der Elektrotechnik/Informationstechnik absolviert haben stieg damit von 8,9 % in 2008 auf 11,4 % in 2017. In der Informatik stieg er von 15,1 % auf 19,5 %.

Durch die positive Entwicklung der MINT-Absolventinnenzahlen stehen dem Arbeitsmarkt zunehmend gut ausgebildete weibliche Fachkräfte zur Verfügung. „Komm, mach MINT.“ arbeitet mit seinen Partnerinnen und Partnern daran, den Weg vom Studium in den Beruf weiterhin zu verbessern.

Weitere Informationen zu den Frauenanteilen in MINT-Studiengängen bekommen Sie über folgenden Link: http://komm-mach-mint.de/Service/Daten-Fakten/2017 

Hintergrundpapier 2017 Titelbild

Hintergrundpapier "Komm, mach MINT.": Von erfolgreichen Ansätzen lernen, den Wandel zeigen

Über "Komm, mach MINT."

Der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.“ führt die Kompetenz von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sozialpartnern und Medien zusammen, um das Bild der MINT-Berufe in der Gesellschaft zu verändern. „Komm, mach MINT.“ ist Teil der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung „Aufstieg durch Bildung“ und wurde 2008 auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit dem Ziel gestartet, junge Frauen für naturwissenschaftliche und technische Studiengänge zu begeistern sowie Hochschulabsolventinnen für Berufskarrieren in Wirtschaft und Wissenschaft zu gewinnen.

Die Geschäftsstelle von „Komm, mach MINT.“ ist im Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. angesiedelt. Der Verein fördert bundesweit die Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie Vielfalt als Erfolgsprinzip in Wirtschaft, Gesellschaft und technologischer Entwicklung.

Ansprechpartnerin für die Presse bei "Komm, mach MINT.":

Ines Großkopf | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Geschäftsstelle Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen
Am Stadtholz 24 | 33609 Bielefeld
Tel.: +49 521 106-7238
Mail: grosskopf@komm-mach-mint.de 
www.komm-mach-mint.de  

* Seit dem Wintersemester 2015/2016 ist die Informatik Teil der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften. Damit kam es zu einer starken Verschiebung der Zahlen. Sowohl mit den Zahlen aus dem Studiengang Informatik als auch um diese Zahlen bereinigt, beträgt der Frauenanteil im 1. Fachsemester 25 %.

** Die im Studiengang Informatik absolvierten Prüfungen werden seit dem WS 2015/2016 zur Fächergruppe Ingenieurwissenschaften gezählt. Darum sind die genannten Zahlen zur Anzahl der absolvierten Prüfungen nur bedingt vergleichbar. Der prozentuale Anteil der Absolventinnen an der Gesamtzahl der Absolventinnen und Absolventen in dieser Fächergruppe läge aber – ohne die Zahlen aus der Informatik – mit 24 % sogar noch 1 Prozentpunkt höher als der angegebene, der die Zahlen aus der Informatik beinhaltet.

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