Tamara

Maschinenbau

Porträt Tamara Schrammel

Nach dem Abschluss eines Dualen Studiums im Bereich Maschinenbau ist Tamara Schrammel aktuell als Global Senior Marketing Managerin bei Siemens Healthineers in Erlangen tätig. Sie möchte junge Menschen bei ihrem persönlichen Berufsweg unterstützen und ihre Erfahrungen mit ihnen teilen, weshalb sie vor Kurzem auch ein eigenes Buch veröffentlicht hat.

Welche Ausbildung haben Sie? Wo haben Sie ihre Ausbildung absolviert?

Ich habe ein Duales Studium mit Siemens absolviert und im Rahmen dessen Maschinenbau an der Technischen Hochschule Nürnberg studiert und parallel eine Ausbildung zur Industriemechanikerin gemacht.

Was hat Sie dazu bewogen, dieses Studium zu realisieren? Haben Sie erst eine andere Richtung eingeschlagen?

Nach dem Abitur war ich zunächst für ein Jahr als Au Pair in den USA. Ich habe lange überlegt Journalismus, Tiermedizin, Psychologie oder eine technisch, mathematische Richtung einzuschlagen und habe mich schließlich für ein Maschinenbaustudium entschieden.

Hatten Sie vor oder während des Studiums bereits praktische Erfahrungen in Form von Nebenjobs, Ferienjobs, Teilnahme am Girls’ Day – Mädchen-Zukunftstag, Praktika, Werkstudentinnentätigkeiten?

Ich hatte das große Glück bereits im Dualen Studium verschiedene Praxisphasen im Unternehmen machen zu können. Während dieser Zeit war ich u.a. auf Kraftwerksbaustellen in der Montage, Inbetriebnahme und dem Projektmanagement tätig. Die Studienabschlussarbeit habe ich dann bei Siemens in Thailand im Vertrieb der Prozesssensorik geschrieben.

Waren Sie in bestimmte Netzwerke oder Hochschulprogramme involviert, die Sie unterstützt haben?

Während dem Studium habe ich mich als gewählte Fachschaftssprecherin der Fakultät Maschinenbau und Versorgungstechnik für die Interessen der Studierenden eingesetzt und sie im Studierendenparlament vertreten. Zudem war ich für das Frauenbüro aktiv und habe bei Veranstaltungen wie Girls_Go_Tech unterstützt. Beispielsweise habe ich einen Workshops für Schülerinnen geleitet, bei dem wir Brücken aus ungekochten Spaghetti gebaut haben. Ein weiteres hilfreiches Netzwerk für mich war das Siemens YOLANTE (Young Ladies Network of Technology) Programm, welches interessante Trainings ermöglichte und mir dabei half bereits früh ein Netzwerk aufzubauen.

Welchen Rat würden Sie einer Schülerin mit auf den Weg geben, die überlegt ob sie in einem MINT-Fach studieren soll?

Studiengänge in den MINT Fächern sind eine hervorragende Grundlage für eine ganze Reihe an möglichen Berufsrichtungen in den unterschiedlichsten Branchen. Man lernt im MINT Studium effektiv komplexe Probleme anzugehen, sie zu strukturieren und zu lösen. Die Fähigkeiten zum logischen Denken, die man in diesen Studiengängen entwickelt, können auch später in fachfremden Bereichen ausgesprochen nützlich werden. Man sollte nicht grundsätzlich ein technisches oder naturwissenschaftliches Studium für sich ausschließen, nur weil man in der Schule vielleicht den Mathe oder Physik Unterricht nicht besonders mochte. Ich habe auch Physik in der Schule abgewählt, weil ich den Stoff nicht ansprechend fand. Im Studium war es dann eine deutlich interessantere Herangehensweise an das Thema, das mir viel mehr entsprochen hat.

In Ihrer Freizeit beschäftigen Sie sich am liebsten mit…

Schreiben. Es ist mir eine große Freude, meine Erfahrungen mit jungen Menschen zu teilen und sie bei ihrem persönlichen Berufsweg zu unterstützen. Aus diesem Grund habe ich im Oktober mein erstes Buch veröffentlicht: Einen Bewerbungsratgeber für Schülerinnen und Schüler, Schulabsolventinnen und -absolventen sowie Studierende mit Tipps zur Berufsorientierung, der Erstellung guter Bewerbungsunterlagen und dem erfolgreichen Vorbereiten und Durchlaufen des Bewerbungsgesprächs (Die ersten Bewerbungen für Schüler und Studierende, Springer 2019).

Wo und in welcher Position arbeiten Sie?

Ich bin Global Senior Marketing Managerin bei Siemens Healthineers in Erlangen.

An welchen Projekten arbeiten Sie zurzeit?

Derzeit leite ich ein Projekt zur Optimierung der Patientenerfahrung während des Diagnoseprozesses im Krankenhaus. Das heißt, ich schaue mir alle Produkte, Lösungen und Service Angebote von Siemens Healthineers an und identifiziere diejenigen, die zu einem positiven Patientenerlebnis beitragen. Hieraus erstelle ich adäquate Marketing-Unterlagen für unsere Kundinnen und Kunden.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitsalltag aus?

Abhängig von der jeweiligen Projektphase stimme ich mich mit den jeweiligen Produktexpertinnen und -experten im Unternehmen ab - entweder persönlich oder etwa mit den Kolleginnen und Kollegen in den USA über Livemeetings. Ich entwickle mit meinem Team Marketing Stories, teste diese intern und mit externen Kundinnen und Kunden und kümmere mich um Vorträge und Veranstaltungen, bei denen wir die Ergebnisse präsentieren.

Welche besonderen Vorkenntnisse, Fähigkeiten und Interessen braucht man für Ihren Beruf?

Für einen Job im globalen Marketing eines medizintechnischen Unternehmens wie Siemens Healthineers, ist ein technisches Verständnis der Produkte sehr hilfreich. Durch meine Zeit im technischen Vertrieb, der Beratung und dem Business Development habe ich zudem direkte Erfahrung mit Kundinnen und Kunden aus mehreren Ländern (Deutschland, Thailand und Großbritannien) gesammelt und kann diese Hands-on Erfahrung in die Erstellung globaler Marketingunterlagen für eben diese Kundinnen und Kunden einfließen lassen.

Was fasziniert Sie an Ihrer Tätigkeit am meisten?

Im globalen Marketing betrachten wir das gesamte Produktportfolio von Siemens Healthineers, wodurch ich stets nah an den technischen Lösungen bin und Updates und Neuerungen direkt mitbekomme. Besonders schätze ich die inspirierende Zusammenarbeit mit meinen derzeitigen Kolleginnen und Kollegen. Das Arbeitsumfeld, die Kreativität und die internationale Ausrichtung empfinde ich persönlich als sehr bereichernd und angenehm.

Wie ist Ihre Erfahrung in einem MINT-Beruf (z. B. hinsichtlich Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen, Work-Life-Balance, Aufstiegschancen)?

Es kommt immer sehr auf die Leute in den entsprechenden Abteilungen an. Ich habe Kolleginnen und Kollegen erlebt, die alles und jeden als potenzielle Konkurrenz sehen, stets ihren eigenen Vorteil im Blick haben auch auf Kosten der Abteilung und Firma ihre persönlichen Interessen vorantreiben. Zum Glück ist das jedoch eher die Ausnahme. Gerade die Arbeit in einem internationalen Team mit unterschiedlichen Kompetenzen, Erfahrungen und Studienhintergründen, empfinde ich als ausgesprochen angenehm. So arbeite ich derzeit in einem Team bestehend aus Betriebswirtschaftlerinnen und -wirtschaftlern, Marketing und Kommunikationsexpertinnen und -experten, Physikerinnen und Physikern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Psychologinnen und Psychologen und empfinde die Zusammenarbeit und Arbeitsatmosphäre als sehr angenehm.

Welche beruflichen Ziele haben Sie persönlich für Ihre eigene Karriere?

Es ist mir wichtig einen Job auszuüben, der mir Spaß macht, indem ich Verantwortung übernehmen, mich einbringen und etwas bewegen kann. Ich bin immer offen Neues zu lernen und es gefällt mir sehr mein Wissen und bisherigen Erfahrungen in neuen, anspruchsvollen Tätigkeiten anzuwenden.

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